BVB-Coach vor dem Supercup gegen Bayern München

Favre mahnt: "Müssen aufpassen, was wir sagen"

Lucien Favre

Misst dem Supercup gegen den FC Bayern nicht die höchste Bedeutung bei: BVB-Trainer Lucien Favre. imago images

Aus dem BVB-Trainingslager in Bad Ragaz berichtet Thomas Hennecke

Dass Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und auch Kapitän Marco Reus die Meisterschaft als Ziel deklariert haben, kann Dortmunds Trainer nachvollziehen. "Ich verstehe das", sagte er am Donnerstagabend, "und ich gehe da mit." Ganz wohl in seiner Haut fühlt sich Favre offenbar nicht, er warnt vor einer zu großen Erwartungshaltung und bevorzugt die leiseren Töne.

Es habe nur "ein Sieg mehr" gefehlt

Gleich zweimal formulierte er in einer Medienrunde im Stadion Ri-Au seinen Appell zu mehr Zurückhaltung: "Wir müssen aufpassen, was wir sagen", betonte der Fußballlehrer. Später ergänzte er: "Wir haben mit 76 Punkten zuletzt eine sehr gute Saison gespielt. Uns hat wenig gefehlt, nur ein Sieg mehr. Wir müssen alles analysieren, jede Sache, und nicht so viel sprechen."

Das könnte sein.

BVB-Trainer Lucien Favre auf die Frage, ob die neue Dortmunder Mannschaft die stärkste sei, die er je trainiert habe

Auf die Frage, ob die neue Dortmunder Mannschaft mit ihren hochwertigen Zugängen die stärkste sei, die er je betreuen durfte, antwortete Favre: "Das könnte sein." Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Schweizer aber genug - 44 Gegentore in der vergangenen Saison und die Vielzahl der individuellen Fehler sind ihm ein Dorn im Auge. "Wir müssen das unbedingt besser machen", fordert er.

Kein großes Interesse für die Spiele des FC Bayern

Während seines Engagements in Gladbach (2011 bis 2015) sei es "sehr schwer" gewesen, "gegen uns ein Tor zu machen". Daraus folgt für ihn: "Es muss auch bei uns sehr, sehr schwer sein, gegen uns ein Tor zu erzielen." Die vielen Blackouts seiner Spieler in der vergangenen Saison mag Favre nicht auf Konzentrationsfehler schieben. Das sei zu einfach, meint er, die Gründe für die Dortmunder Aussetzer seien auch "manchmal technischer, manchmal taktischer Natur".

Auf den Supercup am Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) hat sich Favre weniger akribisch als sonst vorbereitet. Während er sonst Stärken und Schwächen seines Gegners am Fernseher stundenlang seziert, hat er von den Audi-Cup-Spielen des FC Bayern München "nur ein wenig geschaut" und lieber die eigenen Spiele gegen Udine, Zürich und St. Gallen nachbereitet.

Favre weiß um Wichtigkeit und Prestige des Supercups, betrachtet das Spiel der beiden besten deutschen Klubs aber doch nur als einen Teil der Vorbereitung. Eine Vorbereitung, die sich nach seinen Angaben bis ihn in den September zieht. Spätestens, wenn dann alle drei Tage Spiele anstehen, soll seine Mannschaft in Top-Verfassung sein.

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Favre: "Wir müssen analysieren, statt zu sprechen"

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