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Kruse: Das ist anders an Fenerbahce

Ex-Bremer spricht über seinen neuen Arbeitgeber

Kruse: Das ist anders an Fenerbahce

Max Kruse

Neues Trikot, neue Welt: Max Kruse belegte beim Audi Cup mit Fenerbahce den vierten Platz. imago images

Vom Audi Cup in München berichtet Martin Gruener

Ohne Umschweife benannte Kruse das aktuell größte und auch offensichtlichste Problem der Mannschaft. "Was wir noch nicht so gut können: verteidigen. Elf Gegentore in zwei Spielen sind natürlich viel zu viel." In seinem ureigenen Arbeitsgebiet, dem Angriff, hingegen bemerkt er schon erste Fortschritte. "Wir suchen die Lücken und finden sie auch, wie gegen Real zu sehen war." Kruse blieb zwar im Duell mit den Königlichen torlos, hatte aber gegen den FC Bayern den Ehrentreffer besorgt. "Max versucht, viel zu organisieren", lobte Coach Ersun Yanal den Neuzugang. Bei Fenerbahce dürfte Kruse gemeinsam mit Vedat Muriqi stürmen, einem Kosovaren, der mit 1,94 Metern und sicher gut über 90 Kilo noch kantiger ist als der Deutsche.

Noch ist er auf Wohnungssuche in Istanbul, ansonsten fängt Kruse langsam an, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. "Die Liga versucht, professioneller zu werden. Aber vieles wird hier gern spontan entschieden, alles ist um einiges gediegener als in Deutschland." Der größte Unterschied zur Bundesliga? "Die Fans!", sagt Kruse. Schon vor dem Teamhotel in München wurde die Mannschaft auch am Mittwoch wieder mit lauten Sprechchören zum Bus geleitet, nach dem Spiel bekam Kruse Sonderapplaus von den Fenerbahce-Anhängern in der Arena.

Sportliche Ziele setzt sich der 31-Jährige freilich auch. "Wir wollen Meister werden", sagt Kruse. Trotz der desaströsen Vorsaison, als der hochverschuldete Großklub von Istanbuls asiatischer Seite lange sogar im Tabellenkeller festhing, am Ende immerhin auf Platz 6 kam, aber einen internationalen Wettbewerb verpasste. Trotz seines neuen Umfelds richtet Kruse weiter den Blick auch auf die Bundesliga. "Am Samstag trainieren wir spät, falls das nicht noch geändert wird. Danach aber werde ich mir sicher den Supercup zwischen Bayern und Dortmund anschauen."

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