Überblick: KSC legt Traumstart hin - Aue makellos

HSV dreht in Nürnberg auf - VfB verspielt 2:0

Sonny Kittel

Schuss ins Glück: Auch dank der Mithilfe von Christian Mathenia traf HSV-Profi Sonny Kittel via Freistoß zum 2:0. picture-alliance

Deutlich: HSV lässt Nürnberg alt aussehen

Erstmals in der Vereinsgeschichte hat der 1. FC Nürnberg das erste Heimspiel einer Zweitliga-Saison verloren und zugleich noch die höchste Zweitliga-Heimniederlage dabei kassiert (seit der eingleisigen 2. Bundesliga 1981/82; zuvor hat der FCN 1977 einmal 0:4 gegen Stuttgart verloren und den Start 79/80 mit dem 0:1 gegen Freiburg in den Sand gesetzt). Gegen den Hamburger SV hatte der Club insgesamt keine Chance, biss sich an der höchst stabilen HSV-Abwehr die Zähne aus und ließ sich vom teilweise sehr ansehnlich kombinierenden Angriff der Hanseaten ausspielen. Die Folge war ein 0:4, wobei Dudziak (12.), Kittel via Freistoß (30., FCN-Torwart Mathenia verschätzte sich), Narey (72.) und Handwerker (81., ET) trafen. Damit fuhren die Norddeutschen um den ehemaligen Nürnberger Trainer Dieter Hecking ihren ersten Saisonsieg ein.

Badstuber trifft - doch Kempf-Eigentor lässt Heidenheim jubeln

Heidenheimer Jubel gegen den VfB

Starkes Comeback: Dass Heidenheim im Derby doch noch jubelte, machte nicht nur Daniel Didavi fassungslos. imago images

Trotz einer 2:0-Führung im Derby in Heidenheim hat der VfB Stuttgart am Sonntag den Sechs-Punkte-Start verpasst: Der Absteiger, mit Badstuber, ohne Gomez (mit muskulären Problemen auf der Bank) in der Startelf, begann dominant wie erwartet und war dem 1:0 bald nah, offenbarte danach aber zunehmend Lücken in der Rückwärtsbewegung: Dorsch (36.) und Leipertz (40.) vergaben riesige Möglichkeiten zur Pausenführung. Als Al Ghaddioui (52.) eine Ecke einköpfte (52.) und Badstuber infolge einer weiteren das 2:0 auflegte (57.), schien der FCH geschlagen zu sein. Doch Leipertz (78.) und Dorsch unter Mithilfe von Kempfs Kopf (84.) entrissen dem VfB den Auswärtssieg noch - auch weil Walter-Joker Klimowicz in der Nachspielzeit aus kurzer Distanz am Innenpfosten scheiterte.

Skarke trifft schon wieder: Darmstadt bezwingt Kiel verdient

Nach dem unglücklichen 1:1 beim HSV hat Darmstadt nun seinen ersten Dreier der neuen Saison - 2:0 gegen Kiel. Die Störche hatten meist den Ball, die Lilien, bei denen Stritzel für Schuhen (wochenlange Pause nach Armbruch) das Tor hütete, die Chancen: Neuzugang Skarke, der schon am ersten Spieltag getroffen hatte, verarbeitete ein langes Zuspiel von Mehlem stark und erzielte die Führung (11.), die Dursun nach einem an ihm begangenen Foul verdientermaßen vom Elfmeterpunkt ausbaute (64.).

Ohne Cheftrainer: Aue gelingt Sechs-Punkte-Start

Auch ohne Cheftrainer Daniel Meyer, der wegen eines Todesfalls in der Familie bis auf Weiteres fehlt, ist Erzgebirge Aue der zweite Sieg im zweiten Saisonspiel gelungen. Wie beim 2:0 in Fürth nutzten die Veilchen auch gegen Wehen Wiesbaden ihre Chancen früh eiskalt: Krüger (19.) und Nazarov (35.) bestraften das schwache Abwehrverhalten des Aufsteigers. Doch der SVWW zeigte eine Reaktion, verkürzte durch Tietz (43.) und machte nach der Pause Druck - vergeblich: Baumgart stellte, gefolgt von einem emotionalen Jubellauf von Co-Trainer André Meyer, dem Bruder von Daniel, auf 3:1 (82.), Dittgens Tor zum 2:3 sieben Minuten später war schön, aber am Ende wertlos: Nach zwei Spieltagen trennen Aue und Wehen sechs Punkte.

Fehlstart für Slomka: Hannover gibt Sieg aus der Hand

Hendrik Weydandt

Erzielte die zwischenzeitliche Führung für Hannover: Hendrik Weydandt. imago images

Einen bitteren Samstagnachmittag erlebte Hannover 96. Nach der Auftakt-Niederlage in Stuttgart wollte auch gegen Regensburg kein Sieg gelingen, das 1:1 - zu wenig! Weil Grüttner kurz vor der Pause vom Punkt an Zieler scheiterte, war der Ausgang zunächst völlig offen. Hannover erhöhte den Druck aber deutlich und ging durch Weydandt auch völlig verdient in Führung (66.). Doch aus dem Nichts glich Albers für Regensburg aus, Zieler hatte den Ball abprallen lassen (79.). 96 war das spielerisch bessere Team, konnte sich am Ende aber glücklich schätzen, in der Nachspielzeit nicht das 1:2 kassiert zu haben. Regensburg bleibt ungeschlagen.

Karlsruhe im Flow

Der Karlsruher SC hat den Schwung vom Auftaktsieg in Wiesbaden ins Heimspiel gegen Dresden mitgenommen und den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingetütet. Dynamo offenbarte erneut mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive trotz drückendem Ballbesitz von bis zu 80 Prozent. Die zwischenzeitliche SGD-Führung durch Horvath (45.+2) egalisierte Hofmann prompt (45.+3). Im zweiten Durchgang unterlief Burnic ein Eigentor, ehe Hofmann mit seinem zweiten Treffer für den KSC erhöhte. Zehn Minuten vor Schluss machte Stiefler den Deckel drauf. Der eingewechselte Koné betrieb lediglich Ergebniskosmetik - Endstand 4:2.

Feuriger Abend am Millerntor - und Green-Nackenschlag

Paul Seguin, Maximilian Sauer und Torschütze Julian Green (v.l.n.r.)

Freudentaumel am Hamburger Millerntor: Paul Seguin, Maximilian Sauer & 3:0-Schütze Julian Green (v.l.n.r.) feiern. imago images

Das späte Spiel am Freitagabend trugen am Millerntor der FC St. Pauli und die SpVgg Greuther Fürth aus. Beim Kiez-Klub war zuletzt die Kritik von Trainer Jos Luhukay das Dauerthema gewesen. Seine Wutrede ging auch an den Spielern nicht spurlos vorbei. Auf dem Rasen präsentierte sich an diesem Tag gerade die Hintermannschaft der Kiez-Kicker anfangs schwach und fing sich zwei Gegentore durch Stürmer Keita-Ruel (17. und 35.). Ein weiterer Fürther Treffer wurde nach Überprüfung durch den VAR zurückgenommen (29.). Doch in der Folge kämpften sich die Hamburger zurück, lieferten sich ein bissiges Duell und kamen dank Diamantakos zum 1:2-Anschluss (45.). Teilweise schwammen die Mittelfranken nun (Latte Diamantakos, 47.) - und befreiten sich aus dieser kritischen Phase mit einem Traumtor von Green zum 3:1-Endstand (70.). Davon erholte sich St. Pauli nicht mehr. Randnotiz: Die Fans reagierten nach Spielende mit deutlich vernehmbaren Pfiffen, diese könnten aber auch dem Kleeblatt gegolten haben, weil dieses nach Avevors Verletzung weitergespielt hatte - oder aber auch dem Schiedsrichtergespann, mit dessen Entscheidungen die Fans der Kiez-Kicker nicht immer einverstanden waren.

Rasantes Westfalen-Duell in Bochum: Alu, 0:2, 2:3, 3:3

Danilo Teodoro Soares (Bochum) und Fabian Klos (Bielefeld)

Hier wurde sich nichts geschenkt: Beim 3:3 zwischen dem VfL Bochum und Arminia Bielefeld ging es verdammt hoch her. imago images

Am frühen Freitagabend empfing noch Bochum den westfälischen Nachbarn Bielefeld - und erlebte nach dem 1:3 in Regensburg ein Wechselbad der Gefühle. Nach einer intensiven ersten Halbzeit scheiterte zunächst der Bochumer Lee an Keeper und Latte sowie Ganvoula am Pfosten, ehe auf der anderen Seite Voglsammer (54.) und Klos (56.) schnell auf 2:0 für Arminia stellten. Doch das stachelte den Klub von der Castroper Straße nur gewaltig an - und die Partie avancierte zu einem echten Fußballfest: Blum via Elfmeter (74.), Ganvoula (79.) und Joker Zoller (85.) stellten das 3:2 her. Doch damit nicht genug! Auf der anderen Seite unterlief Losilla, der vor Klos retten wollte, ein bitteres Eigentor - 3:3 (90.+1). Das war zugleich der Schlusspunkt in dieser höchst rasanten Begegnung.

Osnabrück: Dreier am Hardtwald

Sandhausen bekam es derweil mit Aufsteiger Osnabrück zu tun, beide Teams wollten den ersten Dreier. Ohne Erfolg zunächst: Unter anderem ließen VfL-Mann Girth sowie die beiden SVS-Profis Zenga und Engels große Chancen aus. Im zweiten Durchgang stellte Alvarez mit Glück auf 1:0 für die Lila-Weißen, nachdem sein direkter Freistoß von der Unterkante der Latte knapp hinter die Linie geflogen war (78.). Der SVS wollte nochmals zurückschlagen, Diekmeier näherte sich spät gefährlich an - ohne Erfolg. Damit feierte der Zweitliga-Rückkehrer den ersten Sieg dieser Spielzeit.

kon

Das Original: kicker-Sonderheft 2019/20

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