Vertragsverlängerung und Leihgeschäft denkbar

Unions Dietz: Noch ein Umweg in die Bundesliga

Lars Dietz

Träumt natürlich von der Bundesliga: Lars Dietz. imago images

"Wir haben über mich gesprochen. Es ging darum, wie die Situation bei mir aussieht, wie die Vorbereitung gelaufen ist. Der Trainer wollte ein Feedback auch von mir hören, wie ich mich fühle, wie es vielleicht weitergeht", berichtet Dietz über den Austausch mit dem Schweizer Coach und sagt: "Der Trainer ist zufrieden mit mir, ich muss aber die Entscheidung treffen, ob ich den Verein wieder für ein Jahr verlassen oder bleiben möchte."

Zu Beginn der Vorbereitung schien diese Frage zweifelsfrei beantwortet. Dietz, vor eineinhalb Jahren aus der Regionalliga West von den BVB-Amateuren zum 1. FC Union Berlin gekommen und in der vergangenen Saison an Drittliga-Absteiger SF Lotte verliehen, wird bei Union von den Verantwortlichen geschätzt. Er gehört aber wie Florian Flecker (kam vom österreichischen Erstligisten Hartberg) oder Julius Kade (kam von Stadtrivale Hertha BSC) zu denjenigen jüngeren Profis, für die der Aufstieg der Eisernen in die Bundesliga eigentlich ein Jahr zu früh gekommen ist und die sich in der 2. Liga wahrscheinlich besser hätten entwickeln können. Dietz sollte deshalb idealerweise an einen Zweitligisten verliehen werden, um den nächsten Schritt zu machen. Dann aber überraschte der Abwehrspieler in den vergangenen Wochen, was unter anderem Manager Oliver Ruhnert zu der Feststellung veranlasst: "Lars ist einer der Gewinner der bisherigen Vorbereitung. Er hat einen enormen Sprung nach vorne gemacht. So, wie er momentan auftritt, ist er nah an der 1. Bundesliga."

Große Konkurrenz im Abwehrzentrum

Nah ist in diesem Fall wahrscheinlich dennoch nicht genug. Schließlich bewerben sich bei Union neben Dietz derzeit noch Neuzugang Neven Subotic, Rückkehrer Marvin Friedrich, Freiburg-Leihgabe Keven Schlotterbeck, Nicolai Rapp, Florian Hübner (seit Vorbereitungsbeginn verletzt), Routinier Michael Parensen und Youngster Lennard Maloney (der verliehen werden soll) um die voraussichtlich zwei Plätze im Abwehrzentrum. Angesichts dieser Konkurrenz bliebe Dietz wohl zu oft nur die Rolle als Ergänzungsspieler. Der spielstarke Abwehrspieler aber möchte sich verständlicherweise "Spielpraxis holen", wie er sagt. Und obwohl auch ihn das Abenteuer Bundesliga reizt und er von den Verantwortlichen geschätzt wird, tendieren die Beteiligten zu einer erneuten Leihe.

"Die Bundesliga", sagt Dietz, "ist das Optimum, sie ist das, was man mit einer Traumvorstellung verbindet." Einerseits. Andererseits: "Manchmal muss man aber auch zwei Jahre investieren, um auf ein Top-Level zu kommen. Das ist, glaube ich, der richtige Ansatz, den ich auch jetzt wählen muss." Heißt also: "Vielleicht muss ich noch mal ein Jahr in Spielzeit investieren, um dann irgendwann Stammspieler zu werden."

Denkbar ist auch, dass im Zuge eines erneuten Leihgeschäfts über eine Verlängerung seines noch bis 2021 laufenden Vertrags mit dem 1. FC Union gesprochen wird. "Ich kann noch nicht so viel drüber sagen. Aber wenn es Sinn machen soll, könnte es passieren", sagt Dietz, der übrigens Unions Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart im Stadion An der Alten Försterei erlebte, die folgende Aufstiegsparty aber als zu dem Zeitpunkt noch Angestellter der SF Lotte lieber von zu Hause aus verfolgte. "Ich war kurz in der Kabine, habe die Jungs beglückwünscht, aber bei den Feierlichkeiten war ich nicht dabei", sagt Dietz und erklärt: "Ich war ja nicht im Kader." In Zukunft soll das anders sein, auch wenn es noch ein Jahr dauern könnte.

Jan Reinold

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