Bundesliga

Hertha-"Koffer" Löwen: "Deutlich intensiver als in Nürnberg"

Neuzugang schiebt Extraschichten

Hertha-"Koffer" Löwen: "Deutlich intensiver als in Nürnberg"

Muss sich in Berlin umstellen: Neuzugang Eduard Löwen.

Muss sich in Berlin umstellen: Neuzugang Eduard Löwen. imago images

Aus dem Trainingslager von Hertha BSC in Stegersbach berichtet Andreas Hunzinger

"Der Termin stand schon ein halbes Jahr fest", sagte Löwen am Montag in einer Medienrunde im Hertha-Teamhotel. Und als der Termin gemacht wurde, habe er nicht gewusst, wo er sich Ende Juli befinden werde.

Seit dem 16. Juli befindet sich Löwen in Berlin bei Hertha BSC, nachdem er im Vergleich zu seinen U-21-Nationalmannschafts-Kollegen Arne Maier und Maximilian Mittelstädt nach der EM in Italien und San Marino drei Tage eher ins Training eingestiegen war. Nach eigenen Angaben fühlt sich der 22-Jährige im neuen Umfeld sehr wohl, auch wenn er sagt: "Ich muss mich körperlich erstmal gut einpassen. Es ist schon deutlich intensiver als in Nürnberg."

Speziell Maxi kam sich vor wie bei 'Wer wird Millionär'.

Eduard Löwen

Abseits des Anpassungs-Prozesses an die körperlichen Anforderungen bei Hertha lebt Löwen in der Gewissheit, dass er es mit seinem neuen Klub gut getroffen hat. "Die Gespräche mit dem Trainer und Herrn Preetz" hätten ihn am meisten überzeugt, betont Herthas neue Nummer sieben. Ante Covic etwa "wusste sehr viele Sachen über mich. Er hat sich unheimlich mit mir befasst", und das habe ihn sehr beeindruckt. Darüber hinaus habe er bei der U 21 Maier und Mittelstädt "ausgefragt. Und ehrlich gesagt waren es sehr viele Fragen. Speziell Maxi kam sich vor wie bei 'Wer wird Millionär'", sagt Löwen und lacht. Auch seine jetzigen Klubkollegen hätten ihm nur Gutes über Hertha erzählt, so Löwen, und "deswegen war ich mir recht schnell ziemlich sicher, dass Hertha das Richtige ist. Hertha ist ein Verein, in dem es viele junge Spieler gibt, die sich super weiterentwickeln." Für den nächsten Schritt in seiner Karriere sei das "optimal".

Löwen belastete Reservistenrolle bei der U 21

Dass gerade auf seiner Position im zentralen Mittelfeld bei Hertha dichtes Gedränge herrscht, hat er registriert. "Ich weiß, dass es schwer wird", sagt Löwen, der gleichwohl natürlich die Ambition hat, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Denn eines, gibt Herthas neuer Mittefeldakteur zu, kann er nicht leiden: Reservist zu sein. Deswegen hat ihn seine Rolle bei der U-21-EM als Ersatzspieler ohne eine Einsatzminute auch genervt. "Es hat auf jeden Fall auf mir gelastet", gesteht Löwen, "ich kann es gar nicht ertragen, auf der Bank zu sitzen." Mittlerweile hat er die seelischen Beschwerden jedoch abgehakt und blickt seiner neuen Aufgabe zuversichtlich entgegen.

Der Mann, der sich selbst als "Box-to-Box-Spieler" bezeichnet und von sich sagt, "dass das Wichtigste an meinem Spiel ist, viele Bälle zu bekommen", will seine Qualitäten für Hertha gewinnbringend einsetzen. Als da wären: "Eine große Stärke von ihm ist, dass er in der Lage ist, als gedeckter Spieler Bälle zu fordern", sagt Coach Covic, der an Löwen neben dessen fußballerischer Präsenz und einer "sehr guten Schlagtechnik" auch dessen physische Qualitäten hervorhebt. "Einen Koffer" nennt Covic hochachtungsvoll den bulligen Mittelfeldspieler (1,88 Meter, 91 Kilo), dessen Physis auch ein Resultat früh begonnenen Krafttrainings ("mit zwölf Jahren") und seiner sportlichen Vielseitigkeit als Jugendlicher sei. Denn bis zu seinem 13. Lebensjahr spielte Löwen gleichzeitig Fußball und - durchaus auch vielversprechend - Handball, ehe er sich vollends für den Fußball entschied.

Als Fußballer will Löwen nun bei Hertha weiter vorankommen. Und die Berliner wiederum wollen profitieren von dem "absoluten Allrounder, der im mittleren Sektor nahezu alles spielen kann: Sowohl Acht, Doppelsechs als auch alleiniger Sechser" (Covic). Zunächst aber, betont sein Trainer, "gilt es, Edu in einen Fitnesszustand zu bringen, dass er spielfähig ist." Und dazu muss Löwen bisweilen auch noch die eine oder andere Extraschicht einlegen.

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