HSV-Kapitän und -Torschütze Hunt zieht zweigeteiles Fazit

Hecking: "Natürlich ist der Punkt hochverdient"

Dieter Hecking

Ein Punktgewinn beim HSV-Debüt: Cheftrainer Dieter Hecking. imago images

Es lief die siebte Minute der Nachspielzeit, als im Hamburger Volksparkstadion das erste Mal in der neuen Saison richtig Jubel aufbrandete - der Ball lag da aber noch gar nicht im Tor. Schiedsrichter Robert Hartmann hatte sich einen strittigen Zweikampf zwischen Darmstadts Verteidiger Dario Dumic und HSV-Joker Manuel Wintzheimer mehrmals an der Seitenlinie in der Wiederholung angesehen. Der Referee, der zunächst auf Weiterspielen entschieden hatte, revidierte schließlich nach Intervention von Video-Assistentin Bibiana Steinhaus seine Entscheidung und sprach dem HSV unter großem Jubel der Heimfans einen Strafstoß zu. Aaron Hunt übernahm die Verantwortung und traf in der 98. Minute zum noch lauter bejubelten Ausgleich. "Ich war in der ganzen Wartezeit voll darauf fokussiert, gleich zu schießen. So haben wir wenigstens noch einen Punkt geholt", gab der Kapitän auf der Klubwebsite zu Protokoll.

Wir haben richtig gut gespielt, aber uns einfach nicht belohnt.

Dieter Hecking

"Natürlich ist der Punkt hochverdient", hielt Hecking nach dem Schlusspfiff am "Sky"-Mikrofon fest. Der Coach bezog sich nach seinem HSV-Debüt vor allem auf die erste Hälfte, in der seine Mannschaft klar dominant und die bessere Mannschaft gewesen war. Teils beste Chancen hatten die Hausherren allerdings ausgelassen, Hunt und Jeremy Dudziak etwa waren jeweils aus kurzer Distanz gescheitert. Eine erste knifflige Situation im Strafraum, als Tim Leibold von Patrick Herrmann zu Fall gebracht worden war, blieb außerdem ohne Folge. "Wir haben richtig gut gespielt, aber uns einfach nicht belohnt", ärgerte sich Hecking. In die gleiche Kerbe schlug Neuzugang Adrian Fein: "Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen müssen, aber die Chancenverwertung war schon in der Vorbereitung unser Problem, es fehlt uns noch die letzte Entschlossenheit."

Zweite Hälfte: Hecking sieht Nachholbedarf

Die bittere Strafe folgte direkt nach dem Seitenwechsel: 14 Sekunden waren gespielt, als Darmstadts Joker Tim Skarke nach einer missglückten Abwehr von Torhüter Daniel Heuer Fernandes abstaubte. "In der Szene hätte ich den Ball vielleicht noch weiter nach außen wegfausten müssen", gab sich der Torhüter nach dem Spiel gegen seinen Ex-Klub schuldbewusst. In der Folge taten sich seine Vorderleute schwer. "Da haben wir oftmals nicht mehr die richtige Entscheidung getroffen. Das müssen wir verbessern", betonte Hecking.

Auch Hunts Fazit fiel trotz des zumindest kleinen Happy Ends in der Nachspielzeit durchwachsen aus, der 32-Jährige nahm aber vor allem die positiven Eindrücke vor der Halbzeit mit. "Nächste Woche in Nürnberg müssen wir da anknüpfen, wo wir heute in der ersten Hälfte aufgehört haben", sagte der Torschütze. "Dann können wir dort etwas holen."

pau

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