Bayerns U-17-Trainer über sein Amt und seine Pläne

Machtkampf mit Salihamidzic? Klose: "Völliger Quatsch"

Miroslav Klose

Will "noch lernen": Miroslav Klose. imago images

Miroslav Klose (41) geht in seine zweite Saison als U-17-Trainer des FC Bayern, doch das war lange ungewiss. Die Pläne von Sportdirektor Hasan Salihamidzic sahen eigentlich vor, dass der DFB-Rekordtorjäger zur U 19 aufrückt - "wir brauchen ihn auf dieser Position in unserem Ausbildungssystem", hatte Salihamidzic gesagt. Doch Klose lehnte die Beförderung ab.

"Für mich wäre der Schritt zur U 19 zu früh gekommen", erklärt er nun im großen kicker-Interview (Montagausgabe). "Wenn ich etwas anpacke, muss ich zu 100 Prozent überzeugt sein, um die optimale Leistung zu bringen. Ich habe schon einen klaren Plan für meine Karriere."

"Da trafen nicht zwei Sturköpfe aufeinander - mir geht es allein um die Sache"

Auch der Alternativplan, der vorsah, Stürmer- und Individual- sowie Co-Trainer der U 19 zu werden, stieß bei Klose auf wenig Gegenliebe: "Ich kann jetzt doch nicht ins zweite Glied zurück." Im Mai 2018 hatte Klose für zwei Jahre als U-17-Trainer unterschrieben.

Gab es einen Machtkampf mit Salihamidzic? "Völliger Quatsch. Auch wenn es so in der Öffentlichkeit hingestellt wurde", stellt Klose klar. "Da trafen nicht zwei Sturköpfe aufeinander. Mir geht es allein um die Sache." Und er fühle sich auch nicht als Sieger: "Ich bin nur froh, dass ich dieses Team weiter trainieren kann. Diese Lösung ist die beste für alle Seiten."

Er wolle schließlich "noch lernen", sagt Klose. Zum Beispiel erkenne er manchmal "Änderungen im Spiel zu spät, um noch schneller eingreifen zu können - etwa wenn es um die Abstände zwischen den Reihen geht".

Verlängerung? "Darüber denke ich zurzeit überhaupt nicht nach"

2020 läuft sein Vertrag aus. Über Gespräche wegen einer Verlängerung "denke ich zurzeit überhaupt nicht nach. Ich arbeite seit vier Monaten für die neue Saison", sagt er. Wie lange er sich noch als Nachwuchstrainer sieht? "Es macht sehr viel Freude. Ich glaube, ich kann den Jungs viel mitgeben. Ich will nicht möglichst schnell hochkommen wie viele vor mir. Es muss mich einfach packen. Vielleicht mache ich 2020 den Fußballlehrer."

Die Bundesliga bleibe sein Ziel - "aber ohne Zeitdruck", betont Klose. Wenn ich spüre, dass ich mit einer Herrenmannschaft arbeiten möchte, werde ich es angehen. Aber erst will ich investieren und noch mehr erkennen und lernen."

Im großen Interview (Montagausgabe) spricht Klose außerdem offen darüber, was er bei den heutigen Jugendspielern vermisst, warum seine Schützlinge die Kabine schrubben mussten - und was ein Stürmer künftig können muss.

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jpe/kw

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