Lagenschwimmer Heintz fällt für Finale aus

Lagen-Staffeln lösen Olympia-Tickets

Philip Heintz

Soll erfüllt - und eine Absage: Philip Heintz muss bei der Schwimm-WM nach erfolgreichen Lauf absagen. imago images

Die deutschen 4 x 100 Meter Lagen-Staffeln haben bei der Schwimm-WM in Südkorea die Olympia-Tickets gelöst. Sowohl das Männer- als auch das Frauen-Quartett erreichten den erforderlichen Platz unter den besten zwölf und sorgten dafür, dass alle sieben olympischen Staffeln 2020 vom deutschen Team besetzt werden können.

Christian Diener, Fabian Schwingenschlögl, Marius Kusch und Damian Wierling schlugen am Sonntag in Gwangju nach 3:34,02 Minuten an und qualifizierten sich damit auch für das Finale. "Ich freue mich riesig, dass wir es geschafft haben", sagte Rückenschwimmer Diener.

Den Endlauf erreichten Laura Riedemann, Anna Elendt, Angelina Köhler und Jessica Steiger nicht. Nach Rang neun und der geschafften Tokio-Qualifikation in 4:00,91 Minuten war das Team dennoch zufrieden. "Es war ein toller Auftritt", kommentierte die 18-jährige Köhler ihre erste Weltmeisterschaft. "Ich habe ganz, ganz viel mitgenommen von dieser WM. Es war eine tolle erste WM und ich hoffe, es kommt noch mehr."

Heintz macht die Hüfte zu schaffen

Auf mehr hoffen lässt auch Elendt. Die 17-Jährige machte mit erfrischenden Auftritten und guten Leistungen auf sich aufmerksam. Sie freute sich als besonderes Highlight auf das Finale über 50 Meter Brust am Nachmittag. "Ich war noch sehr lange wach, alleine wegen der Freude und der Aufregung", beschrieb sie den Samstagabend nach ihrem Einzug in den Endlauf.

Lagenschwimmer Philip Heintz qualifizierte sich mit einem Kraftakt für das Finale über 400 Meter - und kann in diesem doch nicht antreten. Der Heidelberger musste den Endlauf verletzungsbedingt absagen. Schon am Vortag hatte er sich im Training "an der Hüfte wehgetan".

"Ich war definitiv am Anschlag"

Völlig erschöpft legte er nach dem Rennen seinen Kopf auf die Leine und pustete ein paar Mal tief durch. "Ich war definitiv am Anschlag", sagte der 28-Jährige. Heintz schwamm im Vorlauf in 4:15,24 Minuten die achtschnellste Zeit auf der für ihn nicht alltäglichen Strecke. Eigentlich ist er auf 200 Meter spezialisiert, doch bei dieser Weltmeisterschaft legte er den Fokus - auch aus Trainingsgründen - auf die doppelte Distanz.

Die Endläufe beginnen ab 13 Uhr (MESZ). Für Langstreckenschwimmer Florian Wellbrock ist dann über 1500 Meter Freistil eine Medaille drin.

"Die Anzahl der Medaillen ist natürlich etwas bitter"

Der deutsche Schwimm-Teamchef Bernd Berkhahn hat derweil ein insgesamt positives WM-Fazit gezogen, sieht aber vor allem bei der Medaillenausbeute deutlichen Verbesserungsbedarf. "Wir sind in die WM gegangen, um vor allem unsere Plätze für die Olympischen Spiele abzusichern und unsere Staffeln durchzubringen", sagte der 48-Jährige am Sonntag im südkoreanischen Gwangju. "Das ging letztendlich leichter, als wir es erwartet haben." Für alle sieben olympischen Staffel-Strecken sicherte sich das deutsche Team mit einer Top-12-Platzierung das Tokio-Ticket.

14 Mal erreichten seine Sportler bei der WM den Endlauf - und damit fast dreimal so oft wie 2017 in Budapest. Die Medaillenausbeute war vor dem letzten Finalabschnitt und der Chance von Florian Wellbrock auf Edelmetall über 1500 Meter allerdings die gleiche wie in Ungarn. Sarah Köhler holte mit Silber über 1500 Meter als einzige Sportlerin Edelmetall im Becken.

"Die Anzahl der Medaillen ist natürlich etwas bitter in diesem Jahr, wenn man dreimal einen vierten Platz macht und nicht alle Favoriten so stechen, wie man es gerne hätte", sagte Berkhahn. "Da müssen wir einfach besser werden, aber da sind wir auch auf einem guten Weg." Vor allem die Zweite der vergangenen WM über 200 Meter Schmetterling, Franziska Hentke, vergab als Vierte diesmal eine große Chance auf Bronze, Silber oder sogar Gold. Zudem belegten Lagen-Ass Philip Heintz auf der 200-Meter-Strecke und Köhler über 800 Meter Freistil Ränge direkt hinter Bronze.

dpa