Tote und Verletzte nach Einsturz

Unglück in Nachtclub überschattet Schwimm-WM

Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju

Tote und Verletzte: Die Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju wurde von einem Vorfall in einer Disco überschattet. imago images

Ein tödliches Unglück in einem Nachtclub nahe dem Athletendorf der Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju hat das sportliche Großereignis überschattet. Zwei Menschen kamen nach Berichten südkoreanischer Sender ums Leben, als in der Nacht zum Samstag eine Besucherplattform des Clubs "Coyote Ugly" einstürzte. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, weitere 17 Gäste seien verletzt worden, darunter acht Sportler der Weltmeisterschaften - in erster Linie Wasserballer.

Bei den deutschen Wasserballern löste die Tragödie Betroffenheit aus. "Heute beim Frühstück war eine ziemlich bedrückende Stimmung", sagte Nationaltorwart Moritz Schenkel am Samstag nach der 6:11-Niederlage seiner Mannschaft im Spiel um Platz sieben gegen Griechenland.

Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft waren nach Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) am vorletzten Wettkampftag nicht am Unglücksort. "Wir sind alle zutiefst bestürzt. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Verletzten und weiteren Betroffenen", hieß es in einer DSV-Mitteilung.

Von den acht verletzten WM-Athleten musste einer am Samstag noch im Krankenhaus bleiben müssen, teilte das OK mit. Die restlichen sieben Athleten seien nach dem Unglück wieder sicher ins Athletendorf zurückgekehrt.

Die Last war offenbar zu groß

Unter der auf 2,50 Meter angebrachten Plattform in dem Club hätten zum Zeitpunkt des Einsturzes Gäste gestanden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Die Ermittler vermuten demnach, dass der Balkon unter der Last von etwa 100 Personen eingebrochen sei. Laut Angaben der örtlichen Behörden sind Teile des Nachtclub-Gebäudes ohne Genehmigung der Stadtregierung erweitert worden.

Bei den Todesopfern handelt es sich laut Yonhap um zwei südkoreanische Clubgäste. Einer sei am Unglücksort tot geborgen worden, der andere sei in einem Krankenhaus gestorben.

"Alles war normal, als es im wahrsten Sinn des Wortes unter unseren Füßen eingestürzt ist", sagte der Kapitän des Wasserball-Teams aus Neuseeland, Matt Small, dem neuseeländischen Sender "Radio Sport".

Über 350 Gäste anwesend

Unter den mehr als 350 Gästen des Clubs waren den Berichten zufolge auch WM-Teilnehmer aus den USA, Neuseeland, den Niederlanden, Italien und Brasilien. Spieler und Spielerinnen hätten in dem Club die Goldmedaille des US-Damenteams gefeiert.

dpa