Schimmer beweist seinen Torjägerinstinkt

"Trainer, ich bin der Toptorjäger, lass mich spielen"

Unterhachings Stefan Schimmer

Hielt die SpVgg am Leben: Unterhachings Stefan Schimmer. picture-alliance

"Der Bomber ist nicht umsonst der Bomber", erklärte Claus Schromm direkt nach dem Spielende mit heiserner Stimme. Hachings Trainer hatte guten Grund, etwas ausgepowert zum Interview bei "Magenta Sport" zu erscheinen. Denn was sich in den vorangegangenen 111 Minuten im Sportpark Unterhaching ereignet hatte, war alles, aber nicht normal.

Neun Tore - zwei davon erzielte der Neu-Würzburger und Ex-Hachinger Dominik Widemann (Schromm: "Mich hätte es gefreut, wenn er die Ruhe vor dem Tor schon bei uns gezeigt hätte") -, gepaart mit knackigen Zweikämpfen, abgerundet von einem Finale furioso mit drei Hachinger Treffern in den letzten sechs Spielminuten. Das alles ließ die Fanherzen höherschlagen. "Es war schon ein bisschen verrückt", so Schromm. Mit seinen Worten untertrieb der 50-Jährige nicht im Geringsten.

Das ist das Schöne am Fußball, es gibt immer wieder etwas Neues.

Claus Schromm

Prägend auf dieses fränkisch-bayerische Duell hatten die vielen Unterbrechungen eingewirkt. Zunächst wegen der siedenden Hitze, dann rund 18 Minuten lang aufgrund eines starken Unwetters. "Das ist das Schöne am Fußball, es gibt immer wieder etwas Neues", nahm Schromm den Einfluss höherer Mächte als glücklicher Gewinner gerne in Kauf. Dennoch gab er unumwunden zu: "Nach dem Regen war es ein komplett anderes Spiel, nicht nur wegen den Platzverhältnissen."

Schromm behält Recht

Lange Zeit in allen Belangen unterlegen, schien sein Team in den letzten Minuten regelrecht über den nassen Rasen zu schweben. Schromm hatte sich die ungeplante zweite "Halbzeitpause" zu Nutze gemacht und die Trendwende heraufbeschworen: "Ich habe gesagt, wenn es jemand schaffen kann, dann wir." Er sollte Recht behalten.

Dass es aber überhaupt zu diesem emotionalen Finish kommen konnte, hatte die Unterhachinger vor allem ihrem "Bomber" zu verdanken. Stefan Schimmer, seines Zeichens Stürmer, hielt die Hachinger mit den Toren zum zwischenzeitlichen 1:2 und 2:3 am Leben. Infolge Sascha Bigalkes Meniskusverletzung in die Stammelf rotiert, sollte der 24-jährige Schimmer seinen Worten Taten folgen lassen.

"Toptorjäger" fordert seinen Einsatz

"Er hat zu mir gesagt: Trainer, ich bin der Toptorjäger dieser Mannschaft, lass mich spielen", verriet Schromm. Der um die passende Antwort nicht verlegen war: "Junge, komm rein und mach' die Buden - dann ist alles gut."

Wenn es immer so leicht laufen würde ...

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