Linksverteidiger zu Untersuchungen abgereist

Sorgen und Rätsel um Augustinsson

Musste bereits vor der ersten Einheit in Grassau wieder abreisen: Ludwig Augustinsson.

Musste bereits vor der ersten Einheit in Grassau wieder abreisen: Ludwig Augustinsson. imago images

Aus dem Bremer Trainingslager in Grassau berichtet Thiemo Müller

Dabei sind das nicht die einzigen Rätsel in diesem Fall. Die Frage stellt sich auch, wann und wodurch Augustinssons Zustand sich so entwickelte, dass der Profi nun schon wieder das Trainingslager verlassen musste - ohne überhaupt ein einziges Mal den Rasen betreten zu haben. Der 26-Jährige hatte schließlich schon in der Donnerstageinheit gefehlt. "Belastungssteuerung" hieß da die offizielle und offensichtlich verharmlosende Begründung des Klubs. Nähere Angaben zur Diagnose, kündigte Baumann nun an, könne man am Samstagabend oder Sonntagmorgen machen. Jedenfalls werde Augustinsson "bald" (Baumann) - also vermutlich noch im Laufe des Samstags - im Quartier zurückerwartet.

Dass das neueste Sorgenkind im Testspiel gegen den spanischen Erstligisten SD Eibar am Sonntag (11 Uhr) eingesetzt werden kann, ist unter diesen Umständen höchst unwahrscheinlich. Folglich muss Kohfeldt in der Viererkette improvisieren, wie schon bei der Trainingseinheit am Samstagvormittag. Der im Zentrum eingeplante Marco Friedl fand sich prompt hinten links wieder, innen sprang dafür Regionalliga-Akteur Christian Groß ein. Der 30-Jährige überzeugt in den Einheiten seit Vorbereitungsbeginn und erhielt von Kohfeldt schon mehrfach berechtigtes Lob für seinen Beitrag zur "Trainingsqualität". Doch stellt der Fußballlehrer auch klar: "Er ist keiner, mit dem wir für die Bundesliga planen."

Wie dringend die Verpflichtung eines weiteren Verteidigers tatsächlich ist, wird nun umso deutlicher. Baumann gibt sich dennoch weiter entspannt, verweist auf ausreichend Zeit bis zum Transferende am 2. September. Und darauf, dass die Qualität des Spielers wichtiger sei als ein schneller Abschluss. Ein Zeitspiel mit ungewissem Ausgang. Der gerüchteweise gehandelte Mittelfeldspieler Thomas Murg von Rapid Wien, den Baumann am Freitagabend beim Ligaspiel gegen RB Salzburg (0:2) beobachtete, dürfte derweil kein ganz heißes Thema sein. Denn, so der Manager: "Wir haben aktuell im Abwehrbereich nicht ganz so viele Optionen. Deswegen gehe ich davon aus, dass, wenn wir jemanden verpflichten, das erst mal eher ein Defensivspieler sein wird."