18-Jähriger kam wie Morey aus Barcelona

Dortmunds 34-Mann-Kader: Wird Gomez trotz EM-Titel verliehen?

Sergio Gomez

Bislang meistens in der Regionalliga eingesetzt: Dortmunds spanisches Talent Sergio Gomez. imago images

Fast konnte zuletzt in Vergessenheit geraten, dass Sergio Gomez einer von jenen 34 Spielern ist, die derzeit bei Borussia Dortmunds Profis angestellt sind. Der 18-Jährige verpasste bislang jede Einheit der Anfang Juli gestarteten Sommervorbereitung seines Klubs. Auch im Trainingslager in Bad Ragaz, in das die Borussia am 27. Juli aufbricht, wird er zunächst nicht dabei sein. Doch Gomez hat eine gute Entschuldigung für seine Abwesenheit: Der Spanier kämpft gerade mit der U19-Auswahl seines Landes um die Europameisterschaft - und hat gute Chancen, als Titelträger zurück zum BVB zu kommen.

Am Mittwoch besiegte Spanien Frankreich in einem dramatischen Halbfinale im Elfmeterschießen (4:3), nachdem es nach 120 Minuten noch 0:0 gestanden hatte. Gomez, der bislang in drei von vier Turnierspielen in der Startelf stand, zeigte eine ordentliche Leistung und wurde in der 103. Minute ausgewechselt. Im Finale kommt es nun zur Neuauflage des Gruppenspiels vom 17. Juli. Damals hatten sich Spanien und Portugal, das Irland im Halbfinale mit 4:0 besiegte, 1:1 getrennt.

Leihe gilt als denkbare Option

Im Anschluss an das Turnier wird Gomez, der im Januar 2018 vom FC Barcelona zum BVB stieß, zunächst seinen Sommerurlaub nachholen, bevor er nach Dortmund zurückkehrt. Dort wartet auf den Spanier dann im Vergleich zur Vorsaison ein noch härterer Konkurrenzkampf. Und möglicherweise die Erkenntnis, dass es besser sein könnte, woanders nach Spielpraxis zu streben. Ein Leihgeschäft gilt als denkbare Option, da er noch langfristig an die Westfalen gebunden ist.

Bereits 2018/2019 war Gomez nur einmal für die Profis zum Einsatz gekommen - im bedeutungslosen Champions-League-Gruppenspiel in Monaco (2:0) wurde er in der Nachspielzeit eingewechselt. Davon abgesehen musste er sich mit Einsätzen in der Youth League oder der Regionalliga West begnügen.

Guter Start unter Stöger

Über welch großes Talent der offensive Mittelfeldspieler verfügt, der am liebsten über den linken Flügel angreift, deutete er in seinem ersten Halbjahr bei der Borussia an. Unter Trainer Peter Stöger kam der technisch starke und über ein hohes Spielverständnis verfügende Gomez damals zu zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga und fiel in den wenigen Minuten sofort durch sein sauberes, nach vorne gerichtetes Passspiel und gute Standards auf. Zum Durchbruch bei den Profis allerdings reichten seine Leistungen bislang nicht.

Dennoch bedauert Gomez den Wechsel zum BVB, der 2018 drei Millionen Euro für ihn an Barca zahlte, nicht. Im Interview mit "El Mundo" erklärte er kürzlich: "Es ist eine Entscheidung, die man in seiner Karriere treffen muss, ich bereue sie nicht." Er sei gut aufgenommen worden und fühle sich auch abseits des Platzes wohl. "Meine Teamkollegen haben mir dabei sehr geholfen." In Mateu Morey, der in diesem Sommer vom FC Barcelona zum BVB wechselte, trifft er bei seiner baldigen Rückkehr zudem auf einen alten Bekannten. Beide kennen sich aus "La Masia", der Jugendschmiede Barcelonas, und standen gemeinsam für Spaniens U-Nationalmannschaften auf dem Rasen.

Matthias Dersch

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