Leverkusens Rekordtransfer Demirbay im kicker-Interview

"Ich bin kein Julian Brandt - Nadiem Amiri schon eher"

Kerem Demirbay und Nadiem Amiri

Einst Teamkollegen, bald auch? Kerem Demirbay und Nadiem Amiri. imago images

Die Verbindung ist schnell hergestellt: Bayer 04 hat Julian Brandt für 25 Millionen Euro an Borussia Dortmund abgegeben und umgekehrt Kerem Demirbay für die vereinsinterne Rekordsumme von 32 Millionen Euro aus Hoffenheim verpflichtet. Doch wer zu der Schlussfolgerung kommt, dass der 26-Jährige der Nachfolger Brandts sei, hat die Rechnung ohne den Neuzugang gemacht.

Er sehe sich "definitiv nicht" als Ersatz für Brandt, erklärt der Mittelfeldspieler, "bei allem Respekt Julian gegenüber. Ich bin kein Lückenfüller. Ich bin kein Julian Brandt, aber ein Julian Brandt ist auch kein Kerem Demirbay. Wir sind ganz unterschiedliche Spielertypen und auch ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Ich bin nicht hier, um seinen Abgang zu kompensieren."

Nadiem ähnelt Julian als Spielertyp schon eher.

Kerem Demirbay

In die Rolle Brandts könnte dafür ein früherer Hoffenheimer Teamkollege Demirbays schlüpfen: U-21-Nationalspieler Nadiem Amiri (22) von 1899 Hoffenheim. Bayer wirbt um den schnellen und mit Zug zum gegnerischen Tor ausgestatteten Mittelfeldspieler.

Dieser kommt dem Profil Brandts deutlich näher als der weniger dynamische Mittelfeldstratege und Passgeber Demirbay. "Nadiem ähnelt Julian als Spielertyp schon eher. Aber auch wenn er käme, wäre er kein Lückenfüller. In den Medien wird dieser Vergleich gezogen. Das ist legitim. Aber Nadiem steht für sich trotz vielleicht ähnlicher Spielweise", betont Leverkusens neue Nummer 10.

Mit Amiri würde ein guter Freund Demirbays nach Leverkusen wechseln. Dementsprechend flapsig ist dessen Ansprache an den potenziellen alten neuen Teamkollegen. "Wenn er käme, würde er seinen Teil dazu beitragen, dass wir gut spielen", sagt der Linksfuß und fügt mit einem Augenzwinkern an: "Wenn ihm das nicht gelänge, würde ich ihm in den Hintern treten - ich spiele ja hinter ihm…"

Im kicker-Interview (Montagsausgabe) spricht Demirbay außerdem über Bayers Titelanspruch, die Wirkung von Rudi Völlers Zielvorgabe DFB-Pokalsieg, seine Führungsrolle und Leverkusens "sehr, sehr große Chance" in dieser Saison, wobei er seinen neuen Klub nicht hinter den Topfavoriten Bayern München und BVB einordnen mag, "hinter Dortmund erstmal gar nicht".

Stephan von Nocks

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Kerem Demirbay: Stark, wenn der Ball ruht

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