DFB-Direktor über Bundestrainer, EM und Nachwuchsausbildung

Bierhoff über Löw: "Auf mich wirkt er sehr frisch"

Oliver Bierhoff und Joachim Löw

Der Blick geht in Richtung EM 2020: Oliver Bierhoff und Joachim Löw. Getty Images

"Jogi hat durch den Umbruch in der Mannschaft wieder unglaublich viel Spaß an der Aufgabe", wird Bierhoff in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Dies äußere sich auch im Auftreten des Trainers: "Auf mich wirkt er sehr frisch und sehr kommunikativ", so Bierhoff. Dass Löws Kommunikation vorwiegend hinter verschlossenen Türen stattfinde, begrüßte der einstige Weltklassestürmer sogar. Schließlich sei es nicht Löws Funktion, "die sportliche Richtung für den gesamten DFB vorzugeben", sprich: "Jogi muss in dieser Hinsicht kein Lautsprecher sein." Vielmehr tue er intern seine Meinung kund - und das sei, so Bierhoff, auch gut so.

Löw-Nachfolger? "Kein Thema" für Bierhoff

Dass aufgrund der Erfolge von Co-Trainer Marcus Sorg und vor allem von Stefan Kuntz bei der U-21-EM eine Debatte um mögliche Löw-Nachfolger aufgekommen sei, ließ Bierhoff indes kalt. Natürlich sei es "ein tolles Zeichen für unsere jüngste Arbeit, dass wir intern mit Stefan Kuntz und Marcus Sorg gute Trainer haben, die auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen werden", allerdings sei ein solches Szenario für ihn "kein Thema, weil Jogi einen Vertrag bis 2022" habe.

Natürlich können wir Europameister werden. Daran müssen wir glauben.

Oliver Bierhoff

Mit Löw an der Seitenlinie wird also auch das kommende Ziel "EM 2020" angegangen. Mit drei Siegen aus den ersten drei Qualifikationspartien (13:2 Tore, darunter ein 3:2 über die Niederlande) hat die DFB-Elf beste Chancen, sich für die Kontinentalspiele zu qualifizieren. Dementsprechend denkt man bei den DFB-Oberen schon einen Schritt weiter: "Natürlich können wir Europameister werden. Daran müssen wir glauben", so Bierhoff, der aber betont, Deutschland nicht in der Favoritenrolle wie noch 2012 oder 2016 zu sehen. "Andere Nationen sind uns mit der Erfahrung ihrer Teams ein wenig voraus", glaubt der gebürtige Karlsruher.

Hoffnung auf die Rückkehr zu einfachen Dingen

Zwar habe Deutschland "tolle neue Spieler, die jedoch am Anfang einer Entwicklung stehen", freut sich Bierhoff auf das künftige Wirken von Sané, Havertz & Co. Dass gerade solche Spieler wieder über individuelle Klasse kommen, sei außergewöhnlich. Schließlich hätte man in Deutschland "in den vergangenen Jahren sehr mannschaftstaktisch ausgebildet", und infolgedessen sei "etwas verloren gegangen: Individualität, Kreativität, Handlungsschnelligkeit". So sei es wichtig, "manche Dinge im Fußball" wieder zu vereinfachen und diesen nicht zu sehr zu verwissenschaftlichen: "Eine gute Ansprache ist wichtiger als die 35. Analyse der Viererkette."

kög