Hoffenheim: Der Rückkehrer will durchstarten

Grifo: "... dann bist du kein Mensch mehr"

Stark am Ball und vor allem bei Standards: Hoffenheims Rückkehrer Vincenzo Grifo.

Stark am Ball und vor allem bei Standards: Hoffenheims Rückkehrer Vincenzo Grifo. picture alliance

Aus dem Hoffenheimer Trainingslager in Windischgarsten berichtet Benni Hofmann

Den Blick zurück wirft Grifo nicht so gerne. Die Zukunft sei entscheidend für ihn, erklärt er: "Es ist ein neuer Trainer da, eine neue Philosophie - ich möchte mit der Kraft, die ich in Freiburg verspürt habe, hier angreifen."

So fällt denn auch das Fazit zu Julian Nagelsmann kurz aus, unter dem der 26-Jährige nur wenige Einsätze hatte. "Julian hat überragende Arbeit geleistet. Es waren viele Spieler da, es hat halt nicht so hingehauen. Neues Spiel, neues Glück." Über Nagelsmann verliert Grifo kein böses Wort, seine im Januar beschlossene, halbjährige Ausleihe nach Freiburg nennt er "voll aufgegangen".

Angesichts von sechs Toren und fünf Vorlagen für den Sport-Club darf man das getrost so werten. "Im Fußball geht es schnell", weiß Grifo und hofft, unter Alfred Schreuder endlich auch bei dem Klub, bei dem er sein Bundesliga-Debüt feierte, zum Stammspieler aufzusteigen. Eine seiner Waffen: ruhende Bälle. "Ich danke dem lieben Gott, dass er mir dieses Talent, dieses Füßchen gegeben hat", sagt der Pforzheimer, der noch immer an Nuancen bei Standards feilt.

Grifo: "Standards können Dosenöffner sein, Spiele entscheiden"

Tatsächlich kann die TSG seine Qualität gebrauchen: Ihr gelangen 2018/19 lediglich sechs Treffer nach Ecken (2) und Freistößen (4), einzig Hannover 96 schnitt im Ligavergleich schlechter ab (2 nach Ecken, 3 nach Freistößen). Grifo selbst war mit neun Torbeteiligungen aus ruhenden Bällen hinter Leipzigs Marcel Halstenberg (elf) die Nummer zwei in dieser Kategorie in der letzten Saison - nur eine davon gelang ihm für die TSG. "Standards sind wichtig. Sie können Dosenöffner sein, Spiele entscheiden", weiß Grifo, dessen Talent auch dem italienischen Verband, für den er schon im Nachwuchs kickte, nicht entgangen ist.

Trotz der unbefriedigenden Vorrunde lud ihn Roberto Mancinci im Herbst 2018 zur Squadra Azzurra ein, im Testspiel gegen die USA (1:0) dann die Einwechslung für Federico Chiesa - ausgerechnet mit der großen 10 auf dem Rücken. "Keiner von euch kann sich vorstellen, was zu Hause bei uns abging, als ich eingewechselt wurde", sagt Grifo, der von Kindesbeinen an mit den Helden des Heimatlandes seiner Eltern vor dem Fernseher mitfieberte bei den Turnieren. Um seine Gefühle im Moment seiner Premiere zu schildern, "bräuchte ich zwei Stunden. Mehr geht nicht. Ich krieg jetzt schon Gänsehaut. Wenn du das nicht genießt, da nicht emotional bist, dann bist du kein Mensch mehr ..."

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