Der Japaner hat keine Zukunft beim Hamburger SV

Sakai: zermürbt, gebrochen, abschiedsreif

Gotoku Sakai

Kann die Fan-Schelte aus der vergangenen Saison einfach nicht vergessen - und sucht nun nach einem neuen Klub: Gotoku Sakai. imago images

Laute Pfiffe schallen durch den Hamburger Volkspark, als am letzten Spieltag gegen den MSV Duisburg (3:0) die Anzeigetafel des vierten Offiziellen die Einwechslung von Sakai ankündigt. Ein Ereignis, das Sakai bis heute nicht vergessen hat - und einen Verbleib in der Hansestadt für den Japaner unmöglich scheinen lässt. "Ich kann nicht behaupten, dass ich keine Pfiffe verdient hätte", gesteht sich der Musterprofi ein. "Aber ist es jetzt allein meine Schuld, dass wir nicht aufgestiegen sind?"

Man merkt Gotoku an, dass er an der Sache immer noch zu knabbern hat.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt

Mit dieser offenen Frage und dem einprägenden Negativerlebnis verabschiedete sich Sakai, wie auch alle anderen HSV-Profis, in den Sommerurlaub. Die vergangene verpatzte Saison soll in dieser Spielzeit vergessen gemacht werden, eine leichte Aufbruchstimmung macht sich dank Neu-Trainer Dieter Hecking und einigen namhaften Neuzugängen rund um den Volkspark breit. Der verpasste Aufstieg scheint abgehakt, nur nicht bei Sakai, der wegen der Pfiffe gebrochen scheint.

"Man merkt Gotoku an, dass er an der Sache immer noch zu knabbern hat", erkennt Sportvorstand Jonas Boldt. Auch Trainer Hecking sieht in dem Unterfangen, dem Japaner "wieder Selbstvertrauen zu vermitteln", ein "wahnsinnig schwieriges". Ein gemeinsames Gespräch im Trainingslager in Österreich brachte die Erkenntnis, dass Sakai weiter zermürbt sei und sich einen "Neuanfang" in Hamburg nur schwer vorstellen kann.

Rückkehr nach Japan? Sakai wählerisch

Die Zeichen stehen also klar auf Trennung, zudem wurde der 28-Jährige beim letzten Test gegen Huddersfield (0:1) sportlich nicht mehr berücksichtigt. Die Suche nach einem neuen Verein läuft, gestaltet sich aber schwierig. Nach kicker-Informationen soll Sakai Aufsteiger Paderborn angeboten worden sein, Interesse an seiner Personalie kam aber, wie auch bei Werder Bremen, nicht auf. Eine Rückkehr in sein Heimatland sei wohl die beste Alternative, doch zeigt sich Sakai wählerisch, nicht jeder Verein in Japan komme in Frage.

tso,sb

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