Mandzukic ist kein Thema beim BVB

Dortmund und die Stürmerfrage

Kameraden und Konkurrenten: Mario Götze und Paco Alcacer (r.).

Kameraden und Konkurrenten: Mario Götze und Paco Alcacer (r.). imago images

Von der US-Tour des BVB berichtet Matthias Dersch

Eigentlich hätte Mario Götze den Mittag frei gehabt, doch als er erfährt, dass ein Teil des BVB-Trosses am Dienstag das Amazon-Heaudquarter im Zentrum Seattles besucht, da ist der 27-Jährige angefixt. Götze ist interessiert an der Zukunft des Planeten, der Entwicklung der Technik und der menschlichen Gesellschaft. Wann immer es die Zeit zulässt, informiert er sich darüber.

Also fragt er, ob er sich anschließen kann - und flaniert kurz darauf gemeinsam mit Mats Hummels durch die sogenannten Spheres des Internetgiganten - einem Erholungszentrum mitten in der Stadt, begrünt mit tausenden Pflanzen, ausgestattet mit einer komplett gläsernen, kugelförmigen Fassade. Amazon-Gründer Jeff Bezos persönlich schob das Projekt an, um die Arbeits- und Pausenzeiten seiner Angestellten angenehmer zu gestalten.

Götze gilt als ernsthafter Herausforderer

Götze, das wird auf der USA-Tour nicht nur bei dieser Episode deutlich, befindet sich derzeit in einer guten Phase. Die positive sportliche Entwicklung der Vorsaison hat ihren Teil dazu beigetragen. Die öffentliche Kritik an ihm, die im Herbst 2018 teils schrille Züge angenommen hatte, ist weitgehend verstummt. Götze gilt als ernsthafter Startelf-Herausforderer für Paco Alcacer, auf dem Papier Dortmunds erster Stürmer.

Doch weil der Spanier in seinem ersten Jahr beim BVB oft verletzt war und in der Rückrunde längst nicht mehr so stark auftrumpfte wie in den ersten Monaten, ist Götze keineswegs chancenlos. Im Training präsentieren sich bislang beide gut. Auch Alacacer kann das Pensum durchziehen, verpasste bislang keine Einheit. Er wirkt fitter als noch vor der Sommerpause. Entsprechend groß ist die Hoffnung der Dortmunder, dass er diesmal im Rhythmus bleibt und konstant liefert.

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Braucht der BVB einen klassischen Mittelstürmer?

Nichtsdestotrotz schwelt rund um den BVB weiterhin die Frage, ob der Kader nicht noch einen Mittelstürmer klassischer Prägung gebrauchen könnte. Einen wie Mario Mandzukic von Juventus Turin, dessen Name sich hartnäckig in der Gerüchteküche hält, der aber definitiv nicht bei der Borussia aufschlagen wird. Der 33-Jährige war in Dortmund zwar mal Thema, das aber ist bereits mehr als ein Jahr her - und wurde seitdem nicht mehr weiterverfolgt.

Der Name Patrik Schick (AS Rom, der kicker berichtete) klingt da schon realistischer. Doch bevor eine Entscheidung darüber gefällt werden kann, wer geholt wird, muss auch intern zunächst die Frage abschließend beantwortet, ob man überhaupt jemanden holt. Eine baldige Kaderverkleinerung und der dadurch entstehende größere Finanzspielraum sind ohnehin Grundvoraussetzungen für jeden weiteren Schritt.

Trainer Lucien Favre sieht derzeit ohnehin keinen Grund zur Klage. "Ich bin zufrieden mit unseren Transfers", sagt der Schweizer. "Offensiv waren wir in der vergangenen Saison immer da. Das war guter Fußball. Das wollen wir weiter so machen." Mit den offensiven Neuzugängen Julian Brandt und Thorgan Hazard. Und mit Götze und Alcacer.

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