Paderborns Mittelfeldspieler im kicker-Interview

Antwi-Adjei: "Ich schwärme für Schalke"

Christopher Antwi-Adjei

Traf in Paderborns Aufstiegssaison zehnmal: Christopher Antwi-Adjei. imago images

Man kann es nicht anders sagen: Das Westfalenpokal-Halbfinale zwischen dem SC Paderborn und der TSG Sprockhövel im April 2017 hat Christopher Antwi-Adjeis Leben verändert. Dabei wollte er damals für die viertklassigen Gäste gar nicht auflaufen.

"Ich war am Sprunggelenk verletzt und wollte mich schonen für den Abstiegskampf, in dem wir damals in der Regionalliga ja genauso steckten wie Paderborn eine Liga höher", blickt der heute 25-Jährige im kicker-Interview zurück. "Letztlich habe ich zwei Schmerztabletten geschluckt und gespielt. Wir haben nach Verlängerung verloren." Und danach wurde es "echt kurios", wie er selbst sagt.

"Genau in dem Moment rief mich eine unbekannte Nummer an"

Ligakonkurrent Wattenscheid 09 hatte Antwi-Adjei zu jener Zeit nämlich im Fokus, "dort saß ich zwei, drei Tage später vor der Trainerkabine und wartete auf ein Gespräch. Genau in dem Moment rief mich eine unbekannte Nummer an." Es war der damalige Paderborner Geschäftsführer Markus Krösche, "der mir sagte, ich sei ihm in unserem Spiel in Paderborn aufgefallen. Er hat mich dorthin eingeladen, ich sollte mir alles anschauen."

Mit Erfolg: "Wir haben uns dann super unterhalten und ich war von den Möglichkeiten überzeugt, obwohl es dem SCP zu der Zeit auch nicht gut ging." Zur Saison 2017/18 wechselte Antwi-Adjei also ablösefrei von Sprockhövel zum SC Paderborn in die 3. Liga und änderte seine Lebensplanung: "Ich hatte mein Fachabitur und eine Ausbildung zum Industriekaufmann, anschließend an der Fachhochschule Hagen ein Studium Wirtschaftsingenieurwesen begonnen, das ich dann für Paderborn erst mal zurückgestellt habe."

Antwi-Adjei hat nie ein NLZ besucht - und ist bald trotzdem Bundesliga-Profi

Er wird es nicht bereut haben: Antwi-Adjei steuerte acht Tore zum Aufstieg in die 2. Liga bei, dort dann sogar zehn zum Aufstieg in die erste. Bald ist der Mittelfeldspieler, der nie ein Nachwuchsleistungszentrum besucht hat ("Jüngeren Spielern sollte es Hoffnung machen, dass man seine Ziele auch so erreichen kann"), Bundesliga-Profi - und trifft mit Paderborn schon am 4. Spieltag auf seinen Lieblingsklub.

"Ich schwärme für Schalke, wenn ich ehrlich bin", verrät Antwi-Adjei, der im westfälischen Hagen geboren wurde. "Nicht als Hardcore-Fan, aber ich bin mit Spielern wie Lincoln, Asamoah oder Kuranyi groß geworden. Die waren ziemlich gut. Da habe ich mich in den Klub ein bisschen verguckt."

Antwi-Adjei über seinen Spitznamen "Jimmy", seinen Zwillingsbruder - und eine mögliche Nationalmannschaftskarriere für Ghana: Das gesamte Interview lesen Sie im aktuellen kicker vom Montag.

jpe/mri