Bosz probiert den Flügelspieler erneut im Zentrum aus

Paulinho auf den Spuren von Brandt

Paulinho

Richtungswechsel: Leverkusens Paulinho lief zuletzt im Zentrum statt auf dem Flügel auf. imago images

Seine Bilanz in der vergangenen Saison war übersichtlich. 15-mal kam Paulinho in der Bundesliga zum Einsatz, doch nur einmal dauerte dieser länger als 24 Minuten: Beim 1:3 gegen Bremen am 26. Spieltag wurde der 19-Jährige zur Pause eingewechselt und machte seine Sache gut (kicker-Note 2,5).

Groß aufgetrumpft hat das Talent, das vergangene Spielzeit noch in der U-19-Mannschaft hätte spielen können, bislang noch nicht. Doch das soll sich nun ändern. Und dafür sucht Trainer Peter Bosz die ideale Position für den gelernten Flügelstürmer, den Bayer 2018 für 18,5 Millionen Euro von Vasco da Gama in Rio de Janeiro loseiste.

Vom Flügel ins Zentrum: Paulinho in neuer Rolle

Bei der 3:4-Testspielniederlage gegen KAS Eupen nominierte der Niederländer den Rechtsfuß im halbrechten offensiven Mittelfeld und wiederholte damit einen Versuch aus der Rückrunde, als er Paulinho im Test gegen Ajax dort spielen ließ.

Mit dem Unterscheid, dass es diesmal deutlich besser klappte. "Für mich ist Paulinho ein sehr interessanter Spieler", sagt Bosz, "er ist ein guter Spieler. Und ich bin immer auf der Suche, wo Spieler am besten in unserem System spielen können. Das hat man letztes Jahr gesehen mit Julian Brandt, der eine Position mehr nach innen gegangen ist. Das haben wir jetzt gesehen bei Paulinho." Gut möglich, dass der Flügelspieler am Ende im Zentrum den Durchbruch schafft.

Gegen Eupen jedenfalls traf er selbst zum 1:0 und war am zweiten Treffer entscheidend beteiligt. Bosz registrierte dies zufrieden. "Beim Testspiel gegen Ajax in der Rückrunde hat das noch nicht so gut geklappt - da haben wir auch noch ein andres System gespielt. Heute hat er es sehr gut gemacht. Man sieht, dass er auch im Mittelfeld - vor allen Dingen offensiv gut spielen kann."

Immer noch kein Brandt-Ersatz - und kein Kommentar zu Amiri

Paulinho wandelt also auf den Spuren Julian Brandts, der unter Bosz im halblinken offensiven Mittelfeld eine rasante Entwicklung nahm. Und der Brasilianer profitiert wie Neuzugang Moussa Diaby, den Bosz ebenfalls bereits auf der Brandt-Position getestet hat, davon, dass Bayer noch keinen Nachfolger für den zum BVB gewechselten Nationalstürmer verpflichtet hat. Bosz argumentiert: "Ich muss das mal machen. Wir haben noch keinen Vertreter für Julian auf dieser Position. Deshalb suche ich. Es ist noch kein Ersatz da. Wenn keiner kommt, muss ich mir den aus meinem Kader holen."

Wie Paulinho hat sich auch Diaby angeboten, wie der Trainer urteilt: "Im ersten Spiel gegen Wuppertal hat man gesehen, dass Diaby da sehr gut spielen kann. Gegen Sittard war es etwas schwieriger: Der Gegner war sehr defensiv. Dann sind die Räume eng. Da ist es für alle Mannschaften schwierig, vor allem, wenn man noch nicht hundertprozentig miteinander eingespielt ist."

Dies soll sich im Trainingslager in Österreich ändern. Dort werden Diaby und Paulinho um ihre Chance kämpfen. Doch Bosz hätte am liebsten noch einen Neuen für die Position und sagt: "Aber klar, wenn da ein sehr guter Spieler kommen kann, werden wir das nutzen." Ob er Bayer-Kandidat Nadiem Amiri (22, Hoffenheim) für einen solchen sehr guten Spieler halte, wollte Bosz aber nicht kommentieren.

Stephan von Nocks

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