Hertha: Boyatas Debüt für Bochum geplant

"Zurück in alte Muster": Aber Ibisevic in guter Frühform

Obenauf: Vedad Ibisevic (li.)

Obenauf: Vedad Ibisevic (li.). imago images

Darida hatte am Samstag in Karlsruhe einen Schlag auf den Fuß abbekommen. Bei ihm soll nach dem freien Montag am Dienstagmorgen entschieden werden, ob er ein, zwei Tage Pause benötigt oder bereits am Dienstag wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Alexander Esswein, der beim 45-Minuten-Test gegen Sturm Graz am Samstag einen Schlag aufs Schienbein abbekommen hatte, biss sich hingegen durch und spulte am Sonntag die komplette Einheit auf dem Schenckendorffplatz ab.

Mit den beiden Auftritten gegen Sturm Graz (1:0) und Gastgeber Karlsruher SC (1:1 nach 45 Minuten, 5:3 im Elfmeterschießen) zeigte sich Trainer Ante Covic am Sonntag unterschiedlich zufrieden: "Mit dem ersten Spiel war ich zufrieden. Im zweiten hat man gesehen, dass uns die Frische fehlt und wir in alte Muster zurückgefallen sind. So bald uns der Gegner wie der KSC höher und mannbezogen angelaufen hat, hat uns der Mut gefehlt, Fußball zu spielen. Ich hätte mir mehr fußballerische Lösungen gewünscht. Aber wenn die Köpfe frisch sind, werden die Jungs das verinnerlichen."

Man sollte die Jungs nicht nach ihrem Alter bewerten, sondern nach ihrem Können.

Trainer Ante Covic über Vedad Ibisevic

Gegen den österreichischen Vorjahres-Fünften hatte Covic das Team im 4-3-3 angeordnet, Salomon Kalou traf per Elfmeter nach einem Foul an Alexander Esswein. Gegen Zweitliga-Aufsteiger KSC agierte Hertha im 3-5-2 - mit Vedad Ibisevic und Davie Selke Seite an Seite in vorderster Linie. Ibisevic, der schon im Trainingslager in Neuruppin einen starken Eindruck gemacht hatte, traf gegen den KSC per Fallrückzieher nach einer Flanke von Lukas Klünter und untermauerte seine gute Frühform. "Man sollte die Jungs nicht nach ihrem Alter bewerten, sondern nach ihrem Können. Vedo kennt seinen Körper am besten. Es ist kein Zufall, dass er jede Vorbereitung nahezu verletzungsfrei bleibt", lobte Covic am Sontag seinen Kapitän, der am 6. August 35 Jahre alt wird.

Keine Flanken für die Doppelspitze

Bei der Wirksamkeit der Doppelspitze sieht Herthas Trainer deutlich Luft nach oben, seiner Ansicht fehlte es am Samstag an verwertbaren Flanken: "Es ist uns nicht so gelungen, auf den Seiten durchzubrechen. Davie hat vier, fünf Flanken gegeben. Das dürfte er eigentlich gar nicht, aber weil das Seitenspiel fehlte, ist er ausgewichen. Dadurch fehlte uns ein Spieler in der Mitte. Wenn das Drumherum ordentlich positioniert ist und wir frisch in den Köpfen sind, können beide gemeinsam miteinander spielen."

Löwen steigt am Dienstag ein - Boyata-Debüt rückt näher

Am Dienstag wird mit Neuzugang Eduard Löwen der Erste aus dem U-21-EM-Fahrer-Trio ins Training einsteigen, am Freitag folgen Arne Maier und Maximilian Mittelstädt. Zudem rückt für Dedryck Boyata, der wegen der Folgen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel die ersten elf Trainingstage individuell gearbeitet hatte, das Debüt im Hertha-Dress immer näher. Seit Freitag ist der belgische Innenverteidiger komplett im Training, am Samstag arbeitete er unter der Anleitung von Co-Trainer Mirko Dickhaut mit der Gruppe der Profis, die nicht mit nach Karlsruhe fuhren (Stark, Smarsch, Köpke, Kiprit, Duda, Skjelbred, Dardai, Covic). Das Testspiel am Mittwoch (18 Uhr) bei Zweitligist Erzgebirge Aue kommt für den WM-Teilnehmer von 2018 nach den Worten von Ante Covic "noch einen Tick zu früh", aber am Samstag in Bochum (18 Uhr) soll er erstmals Spielpraxis sammeln - "wenn er ohne Probleme durch die Trainingswoche kommt". Im Trainingsspiel am Sonntag vergewisserte sich Keeper Rune Jarstein sicherheitshalber bei Boyata, ob der die Anweisungen von hinten lieber auf Deutsch oder Englisch bekommen möchte. "In english", rief Boyata Jarstein zu. Das wäre dann auch geklärt.

Steffen Rohr