Bremen: Gebre Selassie und Moisander nicht am Start

Kohfeldt: Mit halber Viererkette gegen Darmstadt

Florian Kohfeldt und Theodor Gebre Selassie

Werder-Coach Florian Kohfeldt und Theodor Gebre Selassie. imago images

Aus Werders Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Thiemo Müller

Die Innenverteidiger Milos Veljkovic (OP nach Zehenbruch) und Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss) fehlten von vornherein. Aber auch die verbliebenen Kandidaten für seine Abwehrkette brachte Werder-Coach Florian Kohfeldt während des Trainingscamps in Tirol kein einziges Mal in Idealbesetzung auf den Rasen. Erst fehlte Marco Friedl nach der U-21-EM noch urlaubsbedingt, dann Theo Gebre Selassie, der im Testspiel gegen Wattens ausgeknockt wurde. Am Donnerstag stieg Gebre Selassie wieder ein, doch da erhielt Abwehrchef Niklas Moisander ein Schonprogramm. Und im abschließenden Test gegen Darmstadt am Samstagmittag wird Kohfeldt auf beide Routiniers sicherheitshalber verzichten.

Gebre Selassie, bei dem Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung bestand, soll noch nicht wieder in harte Luftduelle gehen. Und Moisander plagen leichte Adduktorenprobleme, wie der Coach nach der Trainingseinheit am späten Freitagnachmittag bekanntgab. In beiden Fällen gilt freilich Kohfeldts Aussage: "Wenn Bundesliga wäre, würden sie spielen. Aber hier gehen wir kein Risiko ein." Der Abwehrnotstand ist also nicht ganz dramatisch - doch zeigt sich einmal mehr, mit welch dünner Personaldecke die Verantwortlichen in diesem Mannschaftsteil ganz bewusst planen. Zwar soll noch ein Rechtsverteidiger kommen, im Gegenzug aber auch Felix Beijmo ausgeliehen werden, der aktuell Gebre Selassie vertreten muss. "Wir sehen es weiter als sinnvoll für Felix, dass er anderweitig Spielpraxis sammelt", erklärt Kohfeldt, "sonst verliert der Junge am Ende wieder ein Jahr, weil er, wenn alle fit sind, auf der Bank sitzt".

Rechtsverteidiger-Backup sollte möglichst beidfüßig sein

Dabei liegt auf der Hand: Der Rechtsverteidiger-Backup, den Werder laut Kohfeldt "auf jeden Fall noch holen" wird, müsste möglichst beidfüßig sein - um zur Not auch auf links einspringen zu können. Denn dort heißt die einzige nominelle Alternative zu Ludwig Augustinsson derzeit Marco Friedl. Doch der junge Österreicher ist bis auf weiteres im Abwehrzentrum unabkömmlich. Und ausdrücklich auch perspektivisch dort eingeplant.

Wenn die Verantwortlichen also schon mit nur sieben Profis für vier Abwehrpositionen ins Rennen gehen, dann ist zumindest maximale Flexibilität der Kandidaten Voraussetzung. Mindestens bis zu Langkamps Rückkehr jedenfalls droht aktuell jeder weitere Ausfall das Konstrukt Bremer Viererkette einstürzen zu lassen.

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