Des neuen FCN-Trainers wichtigstes Credo: Flexibilität

Jäger sucht unter Canadi nach der Erfolgsspur

Schafft er unter seinem neuen und alten Coach die Wende? Nürnbergs Defensivallrounder Lukas Jäger.

Schafft er unter seinem neuen und alten Coach die Wende? Nürnbergs Defensivallrounder Lukas Jäger. imago images

Körper und Geist gleichermaßen fordern - die Devise der vorletzten Einheit des FCN im Trainingslager im österreichischen Maria Alm. So stehen neben Springen, Landen, Drehen und Sprinten Spielformen auf engem Raum mit unterschiedlichen Aufgaben auf dem Programm, bei denen volle Konzentration angesagt ist. Und in diesem Takt geht es weiter, als Trainer Damir Canadi aufs große Feld bittet. Laufwege in der Rück- wie Vorwärtsbewegung lässt er unter der Prämisse seiner Spielphilosophie einstudieren. Zu jeder Zeit agieren statt reagieren lautet diese, unabhängig von der taktischen Formation.

Canadi: "Flexibel reagieren auf eventuell andere Formationen"

Ob Dreier- oder Viererkette, mit zwei Sechsern oder einem und zwei Achtern, vorne mit einer oder zwei Spitzen, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. "Wir haben uns mittlerweile einige Möglichkeiten erarbeitet, da gilt es nun, dranzubleiben", sagt Canadi auch mit Blickrichtung auf den Test am Sonntag in Wien gegen seinen Ex-Klub Rapid. "Ein wichtiger Aspekt wird es neben dem Überwinden der Müdigkeit sein, taktische Vorgaben umzusetzen und flexibel zu reagieren auf eventuell andere Formationen", lauten seine Erwartungen für die Partie in seiner Heimatstadt.

Drei Akteure dürften noch kommen

Unterdessen bekräftigt Sportvorstand Robert Palikuca, dass der Kader, der beim österreichischen Traditionsverein antritt, nicht der sein wird, der die 2.Liga-Saison bestreiten wird. Drei Akteure dürften noch kommen, einer fürs zentrale Mittelfeld, einer, der links wie im Zentrum verteidigen kann und einer für die Offensive.

Wer muss noch gehen?

Dieses "Es-wird-sich-noch-einiges-tun" ist übrigens keine Einbahnstraße: 24 Feldspieler umfasst derzeit der Kader, mit 21 bis 22 will Canadi arbeiten - wenn also noch einige dazu stoßen, müssen auch noch einige gehen. Wobei Palikuca das mit dem "Müssen" relativiert: "Wir respektieren selbstverständlich bestehende Verträge. Wir werden nur dem einen oder anderen offen sagen, dass seine Aussicht auf Einsatzzeiten gering sein werden."

Wer das sein wird, darauf werden sich Trainer und Sportvorstand unmittelbar nach der Rückkehr aus dem Trainingslager endgültig festlegen. Einigen, von dessen Potenzial sie überzeugt sind, wird die sportliche Leitung eine Leihe ans Herz legen - ein Kevin Goden (20) zum Beispiel, der schon vor längerem mit dem Drittligisten Jena in Verbindung gebracht worden ist. Anderen hingegen wird sie eine generelle Luftveränderung empfehlen - ein Federico Palacios (24) könnte dazugehören.

Folgt für Jäger die Wende beim Club?

Wer beim Gespräch Trainer/Sportvorstand gewiss ein Thema sein wird: Lukas Jäger, der Doppeltorschütze beim 3:0 über den SK Bischofshofen. Vor zwei Jahren hatte der damalige Sportvorstand Andreas Bornemann den kampfstarken, robusten 25-Jährigen vom österreichischen Erstligisten Altach geholt, damit dieser vor der Abwehr resolut aufräumt - anschließend jedoch hatte Trainer Michael Köllner keine rechte Verwendung für ihn. In der ersten Saison spielte Jäger in der Liga keine einzige Minute, in der vergangenen Runde waren es magere 25 Minuten. Hängengelassen hat er sich dennoch nie. Im Gegenteil, Training für Training gab er Vollgas. Dies war auch der Grund, weshalb ihn Köllner nicht gehen ließ.

Diese Gelegenheit bot sich Jäger mehrmals, doch der Club lehnte stets mit dem Hinweis ab, wie wichtig der Österreicher für die Mannschaft und das Trainingsniveau sei. Und nun, wo Jäger mit dem Trainer zusammenarbeitet, der ihn in Altach bereits vier Jahre unter seinen Fittichen hatte? "Dies ist ein Vorteil, denn ich weiß genau, was er sehen will", so der Defensiv-Allrounder, der als gelernter Innenverteidiger nicht auf die Sechs festgelegt ist. Ob dieser Vorteil ihm nun die Wende beim FCN bringt, darüber macht er sich derzeit allerdings keine großen Gedanken: "Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Vorbereitung, gebe mein Bestes. Was dann am Ende rauskommt, wird man sehen." Was er, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft, bereits jetzt sicher weiß: Dass es ihm in Nürnberg "super gefällt" - aber auch, dass er "endlich wieder spielen will". Heißt: Sollte ihm die sportliche Leitung mitteilen, dass ihm eher eine weitere Saison auf der Tribüne oder der Bank droht, will er sich das nicht mehr antun. Das letzte Wort hat nun also sein alter und jetziger Coach.

Chris Biechele

19

Zieler, Kittel & Co.: Die Neuzugänge der 2. Liga