Bremens Mittelfeldmann über sich, Kruse - und einen HSV-Kumpel

Möhwald: "Stammspieler ist das klare Ziel"

Kevin Möhwald

"Ich verkörpere etwas Freches": Kevin Möhwald. imago images

Aus Werders Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Thiemo Müller

Sein sportlicher Einfluss mag vergangene Saison bei 23 Einsätzen, davon sieben in der Startelf, überschaubar gewesen sein. Dennoch hat sich Kevin Möhwald, im Sommer 2018 ablösefrei vom 1. FC Nürnberg gekommen, in seiner Premierensaison an der Weser unverkennbar profiliert. Sowohl als Fußballer als auch als Persönlichkeit. So nennt kein Geringerer als Anführer Niklas Moisander namentlich den 26-jährigen Mittelfeldspieler als einen derjenigen Akteure, die in der Kabine den Verlust von Max Kruse mit wettmachen würden. Am Freitagmittag sprach nun Möhwald selbst über...

... sein erstes Jahr: "Meinem Eindruck nach habe ich mich spürbar weiterentwickelt. Fußballerisch ist das normal, wenn man in einer besseren Mannschaft spielt. Und die Abläufe habe ich natürlich viel besser drin. Das hat auch Flo (Trainer Florian Kohfeldt, d.Red.) zu mir gesagt: Wenn du mal überlegst, wie du letztes Jahr hier rumgelaufen bist in der Vorbereitung... Aber auch als Persönlichkeit hat ein Reifeprozess stattgefunden. Dazu gehört auch, dass ich dieses Jahr deutlich häufiger auf der Physiobank anzutreffen bin als letzten Sommer. Wenn man in der Vorbereitung eine Verletzung erleidet wie ich mit dem Faserriss vergangenes Jahr, beschäftigt man sich automatisch mehr mit seinem Körper."

"Ich glaube ich schon, dass Max da noch mal eine Nummer schärfer war"

... seine Ambitionen in der neuen Saison: "Ich versuche mich so zu entwickeln, dass ich zum Kreis der Stammspieler gehöre. Das ist mein ganz klares Ziel, alles andere wäre nicht sinnvoll. Ich weiß, dass das nur mit harter Arbeit und guter Leistung geht. Es bringt aber nichts, das an genauen Einsatzzahlen oder -zeiten festzumachen. Für mich geht es darum, in jeder Woche zu den Kandidaten zu gehören, die von Anfang an spielen können. So, dass Flo vielleicht sagt: An 'Möh' komme ich nicht vorbei."

... seinen Platz in der Elf: "Der ist im Zentrum, klar. Ich glaube, dort kann ich alle Positionen spielen. Gerne auch zentral offensiv vor einer Doppelsechs, wenn es diese Position geben sollte."

... sein Standing im Team: "Ich bin ein Typ, der gerne Verantwortung übernimmt. Davon haben wir einige im Team, und das tut uns als Mannschaft sehr gut. Wie Niklas (Moisander) gesagt hat, bin ich jemand, der auch etwas Freches verkörpert. Von meiner Persönlichkeit her, aber auch fußballerisch. Das braucht man in einer Mannschaft. Allerdings glaube ich schon, dass Max (Kruse) da noch mal eine Nummer schärfer war (lacht)."

Füllkrug? "Er verkörpert als Stürmer das komplette Paket"

... Werders Suche nach Verstärkung im Mittelfeld: "Spieler, die Qualität mitbringen, sind auch mir immer herzlich willkommen, weil sie unserer Mannschaft guttun. Und Konkurrenzkampf hast du in der Bundesliga überall. Ich habe meine Qualitäten schon gezeigt, ich glaube, dass Flo und genauso die Mannschaft einzuschätzen wissen, was ich dem Team geben kann. Ich werde nicht denken, dass mir jemand vor die Nase gesetzt wird, sondern versuchen, meinen Weg weiterzugehen."

... Neuzugang Niclas Füllkrug: "Wir haben ja bereits in Nürnberg sehr gut zusammengespielt, sind auch privat befreundet. Vor allem vorletzte Saison hat er seine Qualitäten in der Bundesliga schon bewiesen. Er verkörpert als Stürmer das komplette Paket: Er ist schnell, abschlussstark, wuchtig. Das Wichtigste wird sein, dass er fit bleibt. Dann kann er eine absolute Bereicherung für unser Spiel werden. Das zeigt er schon jetzt im Training, obwohl er aus einer längeren Verletzungspause kommt. Als Spielertyp gibt er uns neue Möglichkeiten."

Leibold beim HSV? "Ich sage ja immer: Man muss das Berufliche vom Privaten trennen"

... Yuya Osako als möglichen Kruse-Nachfolger: "Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Max und hat eine Riesenqualität. Doch Yuya ist nicht der Lautsprecher. Da sollten wir auch niemanden in eine Rolle drängen, die nicht zu ihm passt. Vielmehr lenkt er ein Spiel mit seinen Aktionen. Ich gebe Yuya sehr, sehr gerne den Ball, weil ich weiß, dass der bei ihm absolut gut aufgehoben ist."

... Kumpel Tim Leibold, der aus Nürnberg zum HSV gewechselt ist: "Ich sage ja immer: Man muss das Berufliche vom Privaten trennen (lacht). Er hat für sich beschlossen, etwas Neues zu machen, und für ihn war der HSV einfach die beste Option. Ich drücke ihm persönlich absolut die Daumen, dass er eine gute Saison spielt. Und man kann sich dank der kürzeren Wege bestimmt mal wieder öfter sehen."

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