Hertha-Talent will trotz verpasster U-21-EM weiter für den DFB spielen

Torunarigha: Absage an Nigeria

Jordan Torunarigha

Will sich sowohl bei der Hertha als auch beim DFB durchsetzen: Jordan Torunarigha. imago images

Natürlich sei er "ein paar Tage sehr enttäuscht gewesen", erklärte Torunarigha. "Ich hatte fest damit gerechnet, dabei zu sein." Aber U-21-Coach Kuntz habe "die Entscheidung so begründet, dass ich mit der Erklärung leben konnte".

Torunarigha war wie auch Klub-Kollege Lukas Klünter im Trainingslager in Südtirol dabei, hatte aber den Sprung ins endgültige Aufgebot verpasst. Das deutsche Team, in dem mit Arne Maier, Maximilian Mittelstädt und Neuzugang Eduard Löwen drei Hertha-Profis standen, war ins Finale der EM eingezogen und hatte dort gegen Spanien verloren. Das Halbfinale und das Endspiel verfolgte der ausgemusterte Torunarigha vorm TV. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", unterstrich er. "Ich habe am Tag vor der endgültigen Nominierung einen Tritt aufs Sprunggelenk bekommen. Wahrscheinlich hat diese Blessur auch eine kleine Rolle bei der Entscheidung des Trainers gespielt."

Mein großer Traum ist es, irgendwann deutscher Nationalspieler zu werden.

Jordan Torunarigha

Trotz der Enttäuschung will Herthas Eigengewächs auch weiterhin dem Werben Nigerias, dem Heimatland seines Vaters Ojokojo (Ex-Profi, spielte u.a. für den Chemnitzer FC und Sachsen Leipzig), nicht nachgeben. Im kicker betonte Torunarigha: "Der Verband ruft öfter bei meinem Vater an. Ich verfolge Nigeria beim Afrika-Cup. Aber trotz der verpassten U-21-EM will ich mich immer noch beim DFB durchbeißen. Mein großer Traum ist es, irgendwann deutscher Nationalspieler zu werden."

Covic weiß, wie er tickt

In den Neustart bei Hertha unter Ante Covic setzt Torunarigha große Hoffnungen. Der Kroate hatte ihn in der U15 zum Innenverteidiger umgeschult und später auch in der U23 gefördert. "Er weiß, wie ich ticke - und ich weiß, wie er tickt und was er von mir verlangt. Ohne ihn wäre ich nicht dort, wo ich heute bin", sagte Torunarigha, der in den vergangenen Jahren immer wieder vom eigenen Körper gestoppt wurde und nach eigener Aussage Lehren daraus gezogen hat: "Ich habe nach Verletzungen oft zu schnell wieder angefangen und war dann öfter nach zwei Spielen wieder raus. Ich wollte die Mannschaft nicht im Stich lassen, aber das war falscher Ehrgeiz. Ich muss meinen Ehrgeiz etwas bremsen." Vor ihm liege "ein ganz wichtiges Jahr, ich will mehr als 14 oder 15 Spiele machen und endlich mal eine Saison ohne Verletzungen auskommen".

Steffen Rohr