Nach Blamage gegen Bern: Folgt der Ulm-Moment?

West Ham? Haller weckt einmal mehr Begehrlichkeiten

Frankfurts Sebastien Haller

Soll von West Ham begehrt sein: Frankfurts Sebastien Haller, hier noch im Test gegen die Young Boys Bern. imago images

Aus dem Eintracht-Trainingslager in Thun berichtet Benni Hofmann

Dass die Hessen noch einiges an Arbeit vor sich haben, das untermauerten seine Schützlinge im Spiel gegen die Schweizer. In Durchgang eins ein Angriffsspiel, das diesen Namen nicht verdient hatte, gekrönt von an Lustlosigkeit nicht zu überbietenden Ante Rebic und Mijat Gacinovic. Dummerweise aber auch keine Ballsicherheit im Aufbau, schlechtes Umschaltverhalten und Nervosität gegen das - zugegeben - wirklich wuchtige, gut orchestrierte Pressing des Schweizer Meisters. Das 0:2 zur Pause beim Uhren-Cup in Biel, wo die Eintracht am Freitag (20 Uhr) noch auf den FC Luzern treffen wird, war fast noch schmeichelhaft.

Vielleicht war das zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug.

Adi Hütter

"Vielleicht war das zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug", hofft Hütter, der bei aller kritischen Analyse um Geduld warb. "Die Spieler, die wir vom letzten Jahr kennen, haben noch nicht die Spritzigkeit, die Dynamik." Das trifft zu. Bern hat zwei Trainingswochen mehr in den Knochen, insofern ist es völlig normal, dass YB körperlich wie spielerisch deutlich weiter ist. Andererseits: Die Hessen haben nur noch zwei Wochen Zeit, ehe es in der Europa-League-Qualifikation losgeht. Und egal, ob der Gegner Flora Tallinn oder Radnicki Nis heißt - für beide Kontrahenten ist das Aufeinandertreffen mit dem letztjährigen Semifinalisten ein frühes Saisonhighlight, bei dem sich die Underdogs ins Feuer werfen werden. Mit einer derart unstrukturierten wie uninspirierten Darbietung wie am Mittwochabend wird das unangenehm.

Erinnerungen an Ulm

"Wir dürfen uns nicht so abschlachten lassen", mahnte Neuzugang Dominik Kohr, Marco Russ wirft den Gedanken an die Vorsaison ein: "Nach Ulm waren wir Absteiger Nummer eins und der Trainer sollte der erste sein, der fliegt."

Die Eintracht war damals als DFB-Pokalsieger in Runde eins beim krassen Außenseiter ausgeschieden. War das also der diesjährige Ulm-Moment der Frankfurter? "Wenn es das war, freue ich mich", rang sich Hütter ein Lächeln ab, um gleich wieder ernst zu werden: "1:5 verliert keiner gern, gerade gegen den Ex-Verein. Man muss es richtig einordnen. Ab 25. Juli werden wir gemessen."

Haller und West Ham?

Steht dann noch Sebastien Haller im Kader? Kurz vor der YB-Partie poppte seitens der italienischen Gazzetta dello Sport die Meldung auf, dass der Franzose für 40 Millionen Euro zu West Ham United wechseln würde. Allerdings lief Haller in Durchgang zwei auf, kein Klub dieser Welt würde bei einem Transfer dieser Größenordnung das Risiko einer Verletzung eingehen, wäre der Deal bereits finalisiert oder weit fortgeschritten.

Mag sein, dass es die Begehrlichkeiten gibt bei den Londonern, das Profil des 25-Jährigen würde zu den Hammers passen. Die verloren jüngst den Bieterwettbewerb um den durchaus ähnlichen Maximiliano Gomez (Celta Vigo, Transfer steht kurz vor dem Abschluss), den es zum FC Valencia zieht. Doch bei allen finanziellen Mehrwerten, die die englische Beletage bietet: Dass der Premier-League-Zehnte der vergangenen Saison ein sportlich erstrebenswertes Ziel für Haller ist, darf zumindest bezweifelt werden.

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