Innenverteidiger möchte "weiteren Schritt nach vorne machen"

Dragovics Wechselgedanken verflogen: "Ich bin mit dem Kopf hier. Das ist, was ich will"

Aleksandar Dragovic und Tin Jedvaj (li.)

Will sich in der Abwehrzentrale gegen starke Konkurrenten wie Tin Jedvaj durchsetzen: Aleksandar Dragovic (re.). imago images

Es ist sein vierter Anlauf. Und Aleksandar Dragovic ist wild entschlossen, es diesmal zu schaffen. Dabei hatte der 28-Jährige noch während der Rückrunde erklärt, dass er sich Gedanken über seine Zukunft machen müsse, wenn er weiterhin nur der erste Ersatzmann für Leverkusens Innenverteidigung sei.

Sein Status hatte sich danach nicht verändert. Auch wenn Dragovic in der Liga im Regelfall seine Aufgabe gut erledigte, wenn er denn gefragt war, kam er an Sven Bender und Jonathan Tah nicht vorbei. Sieben Bundesligaeinsätze (davon drei in der Startelf) standen für ihn 2019 zu Buche. Und dennoch hat er seine Wechselgedanken beiseitegeschoben.

Ursache dafür war ein äußerst positives Gespräch, das Dragovic nach der Saison mit den Verantwortlichen führte. In diesem wurde dem Verteidiger offenbar glaubhaft die Perspektive vermittelt, dass sich sein Status ändern könne. "Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier, auch mit der Mannschaft und dem Spielstil. Aber natürlich möchte ich mehr spielen und habe das Gespräch mit dem Trainerteam und dem Sportdirektor nach der Saison geführt. Und ja: Ich bin hier mit dem Kopf", betont er, dass er bleiben möchte.

Seine Ambitionen sind klar. Und die lauten, Stammspieler zu werden. Sind seine folgenden Worte doch nicht anders zu interpretieren: "Ich habe voriges Jahr gesagt, ich möchte ein besseres Gesicht zeige. Ich glaube, das ist mir im Großen und Ganzen schon gelungen", so Dragovic, "jetzt möchte ich einen weiteren Schritt nach vorne machen und mich nochmal weiterentwickeln." Nämlich vom ersten Backup zur Stammkraft.

"Mir gefällt der Spielstil des Trainers"

Woran sein Sinneswandel letztlich lag? Dragovic antwortet: "Ich weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Und mit den Spielen in der Champions League stehen sehr viele Partien an. Mir gefällt der Spielstil des Trainers. Wir wollen Fußball spielen - und ich bin ein spielerischer Innenverteidiger. Das ist, was ich will."

Den Konkurrenzkampf scheut er nicht. Auch wenn mit Tin Jedvaj und Panagiotis Retsos insgesamt gleich fünf Innenverteidiger um die zwei Plätze buhlen. So erklärt er: "Konkurrenz hat man überall, egal ob in Leverkusen oder früher bei Austria Wien. Gesetzt ist man nirgendwo." Doch wie gestalten sich seine Aussichten? Sven Bender plagte in der Vorsaison immer wieder das Sprunggelenk, Tah hat ab und an mit muskulären Problemen zu kämpfen. Chancen werden sich ergeben. Schon jetzt bis zum Ende des Trainingslagers, weil Tah erst danach ins Training einstiegen wird, nachdem er mit der deutschen U 21 bis Ende Juni bei der Europameisterschaft spielte. In Sachen Spieleröffnung und Andribbeln freier Räume sammelt Dragovic Pluspunkte, in Sachen Schnelligkeit nicht.

Faserriss im Nationalelf-Einsatz

Für sein Ziel wird er alles investieren und bis an die Grenzen gehen. Wobei ihm dies Mitte Juni in den Länderspielen mit Österreich fast zum Verhängnis geworden wäre. Dragovic, der so gerade bis zum Vorbereitungsstart wieder fit wurde, gibt zu: "Im letzten Spiel gegen Mazedonien habe ich mir einen Faserriss in den Adduktoren zugezogen. Ich habe schon beim Aufwärmen etwas gespürt und habe noch eine Hälfte gespielt. Das war am Ende des Tages vielleicht dumm von mir, dass ich noch die eine Hälfte spielen wollte. Aber ich habe auch immer gesagt: Ich spiele sehr gerne fürs Nationalteam. Wenn seins muss auch nur mit einem Bein. So wird es auch in der Zukunft sein." Eins ist klar: An Dragovics Ehrgeiz wird es sicher nicht liegen, sollte er sein Ziel, einen Stammplatz, wieder nicht erreichen.

Stephan von Nocks

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