Schäfer im Anflug auf Stuttgart?

VfB-Präsident Dietrich: "Wir sind kein Chaosklub!"

Wolfsgang Dietrich

Will nicht aufgeben: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. imago images

"Wir haben seit einigen Wochen den Beschluss, dass wir im dritten Quartal eine Entscheidung treffen wollen", sprach Dietrich am Dienstagabend bei der Talkrunde "VfB im Dialog" ganz offen. Bereits nach der Ausgliederung des Vereins Ende 2017 hätte der Aufsichtsrat das Thema angehen wollen, mit der Ende 2018, Anfang 2019 bestehenden "sportlichen Krise mit dem sich abzeichnenden Wechsel im Vorstand Sport" seien die Prioritäten jedoch anders gesetzt und das Vorhaben zunächst ad acta gelegt worden. Bis jetzt: "Definitiv werden wir noch in diesem Jahr die Position besetzt haben", verspricht der 70-Jährige.

Schäfer gilt als Favorit

Der vermeintliche Favorit auf den Posten: Robert Schäfer. Der frühere Vorstandsvorsitzende von Fortuna Düsseldorf (März 2016 bis April 2019) soll nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" den Vorstandsvorsitz bei der VfB Fußball AG übernehmen. Das einzige Problem: Der 43-jährige Jurist steht offiziell noch bis 2021 in Düsseldorf unter Vertrag, soll sich aber derzeit bereits in Auflösungsverhandlungen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber befinden.

Dass weder Schäfer noch der VfB dies kommentieren wollen, könnte sich wohl noch einige Tage hinziehen. Gut möglich ist es jedoch, dass die Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena mehr Aufschluss geben wird - wenngleich hier wohl eine andere Personalie heiß diskutiert werden wird: die von Präsident Dietrich.

Wenn die Leute glauben, sie können mich weichkochen, sage ich: Das wird nicht funktionieren.

Wolfgang Dietrich

Der steht bei Teilen der Anhänger stark in der Kritik, hat allerdings einen Rücktritt aus eigenem Antrieb ausgeschlossen: "Wenn die Leute glauben, sie können mich weichkochen, sage ich: Das wird nicht funktionieren. Ich bin für vier Jahre gewählt, wir haben eine Satzung. Dieser Verein braucht Satzungstreue. Wir sind kein Chaosklub!", betont er. "Chaos ist gegeben, wenn man einfach davonrennt."

Dietrich über 2020 hinaus? "Weiß ich nicht"

Sollte er am Sonntag noch weitermachen dürfen, sei es jedoch nicht sicher, ob er im kommenden Jahr noch einmal antrete: "2020 steht eine Neuwahl an. Dann haben wir einen ordnungsgemäßen Übergang. Ob ich noch einmal antrete, weiß ich nicht", erklärt Dietrich, wünscht sich allerdings in jedem Falle "einen Gegenkandidaten. Dann hat man eine echte Wahl. Jetzt zu sagen, ich wähle einfach einen ab, ohne zu wissen, was danach kommt, das kann doch nicht das Ziel dieses Vereins sein."

kög