Dani Hagebeuk über die Kritik an FIFA 19

"EA sollte den eSportlern zuhören, nicht den YouTubern!"

Dani Hagebeuk hadert mit dem FIFA 19-Gameplay

Dani Hagebeuk hadert mit dem FIFA 19-Gameplay. kicker eSport

FIFA stößt seit jeher auf gemischte Reaktionen. Dennoch hält sich bei vielen Spielern und Profis der Eindruck, die aktuelle Version, FIFA 19, sei keine Sternstunde von EA. Champions League-Lizenz schön und gut, aber Gameplay und Server sind Dauerbrenner unter den Kritikpunkten. Es gibt kaum, wenn nicht sogar keinen, anderen eSport-Titel, bei dem die Profis so lautstark und so öffentlich Kritik über ihr Arbeitsinstrument äußern.

Ich kann gut verstehen, dass das viele zornig oder traurig macht. Mir geht es genauso.

Dani Hagebeuk über das veränderte Gameplay bei Turnieren

Wir haben bei einer langjährigen Größe im FIFA-Sport nachgefragt, einem Spieler, der sich bereits das dritte Jahr in Folge für die WM qualifizieren konnte: Dani Hagebeuk. Und der wird deutlich: "Ich will ehrlich sein: Es hat schon seinen Grund, dass sich jeder hier über diese Sachen beschwert. Und dem muss ich zustimmen." Hagebeuk spricht nicht nur von "einigen" eSportlern, sondern von "allen die bei den Playoffs waren" - Das sind immerhin die 60 besten der Welt auf der Xbox.

Lob und Kritik

"Es gibt so viele Sachen", sagt er, "FIFA ist einfach nicht realistisch. Für mich ist es hin und wieder echt schwer, überhaupt zu spielen. Manchmal ist das Gameplay verzögert oder verlangsamt und manchmal sind die Server okay."

Der Ajax-Spieler hat ganz offensichtlich genug von den ständig wechselnden Bedingungen. Zwar lobt er auch die neuen Features wie Torhüterbewegungen oder Timed Finishing. Allerdings hadert Hagebeuk besonders mit der eSport-Tauglichkeit von FIFA.

"Das Problem ist folgendes: FIFA ist ein professioneller eSport. Wir probieren Formationen und Taktiken zuhause einen Monat vor einem großen Event im Training und glauben, wir hätten die richtigen Sachen gefunden und seien ziemlich gut. Dann kommen wir zu einem Turnier und das Gameplay ist völlig anders und nichts funktioniert mehr! Dann müssen wir unseren Gameplan während der Veranstaltung noch verändern. Ich kann gut verstehen, dass das viele zornig oder traurig macht. Mir geht es genauso."

eSportler wissen mehr als YouTuber

Hagebeuk flog bei den Playoffs schon in der Swiss Round raus, ist aber dank guter Saisonleistungen bereits für den FeWC qualifiziert. Im Interview mit uns bringt er noch mehr Kritik am Entwickler zum Ausdruck:

"EA versucht natürlich, das Spiel so gut wie möglich zu machen, aber ich glaube, sie sollten den eSportlern mehr zuhören und nicht den YouTubern." Er sehe oft, dass der Spieleentwickler bei den Videokünstlern um Rückmeldung für FIFA bittet, allerdings sei das der falsche Weg: "Wenn ich ehrlich bin: Sie kennen das Spiel nicht so gut, wie wir es tun. EA sollte sich deutlich mehr Zeit für die Profis nehmen."

Zum Abschluss stellt der langjährige Profi klar, dass alle an einem Strang ziehen, aber EA das eigentlich gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren scheint: "Wir wollen das eSport weiterwächst, das Spiel muss stark nachgebessert werden und EA sollten die Spieler ernster nehmen."

Holm Kräusche/Nicole Lange

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