Trainer fördert "brutalen Siegeswillen in jeder Trainingsform"

Beierlorzers Ziel: Entwickeln ohne Existenzdruck

Achim Beierlorzer

Fühlt sich beim FC bisher pudelwohl: der neue Coach Achim Beierlorzer. imago images

In dieser Woche steht für Achim Beierlorzer und seine Profis im Schwarzwald Grundsätzliches auf dem Programm. Der 51-Jährige möchte seine Idee von Fußball vermitteln. Also rücken verschiedene Spielformen in den Mittelpunkt. "Es geht vor allem darum, in die Köpfe reinzukriegen, dass wir nach vorne verteidigen wollen", erklärt der FC-Trainer, der bei seinen Spielern das Selbstverständnis entwickeln möchte, den Gegner sofort zu stören. "Es geht darum, dass ich mir gar keine Gedanken mache, sondern mit dem ersten Kontakt, der gespielt wird, sofort gegen den Ball arbeite. Dann versuche ich, den Ball zu erobern, aber ich möchte auch den Gegner nicht spielen lassen", so Beierlorzer. Von der Umsetzung im Training war er angetan. Dass am Ende eine der Achter-Mannschaften durch zwei Pressingtore gewann, "das hat mir sehr gut gefallen".

Solche Abläufe möchte der Neue auch am Mittwoch im Testspiel gegen den Landesligisten Bad Dürrheim gezeigt bekommen, das quasi in drei Dritteln à 30 Minuten absolviert werden soll, so dass alle 25 Profis mindestens 30 Minuten zum Einsatz kommen. Beierlorzer sagt: "Wir sehen das als Trainingseinheit. Natürlich verlange ich hohe Laufbereitschaft und die Arbeit gegen den Ball, den Siegeswillen." Letzterer ist ein Basiselement, das er in den Köpfen seiner Spieler verankern möchte. "Wir wollen herauskitzeln, dass es diesen brutalen Siegeswillen in jeder Trainingsform gibt", erklärt der Trainer, der durch die zufällige Bildung von Mannschaften im Training und Punktvergabe für die Sieger einer Form gleichsam Wettbewerbscharakter und Teamgedanken erzeugen möchte. "Und dann schauen wir, wer Juli-König wird", so Beierlorzer.

Beierlorzer will im Schwarzwald keine Kühe melken

Auf klassische Teambuildingmaßnahmen verzichtet der frühere Lehrer hingegen. Natürlich werde da noch die eine oder andere Aktion kommen, "aber wir werden nicht zum Raften gehen und auch keine Kühe melken im Schwarzwald", betont er mit einem Lächeln. Außerhalb des Platzes sei nichts Großes geplant.

Darüber hinaus sprach Beierlorzer auch über die Zielsetzung mit seinem neuen Klub. "Wir wollen von Anfang an punkten, damit wir uns so schnell wie möglich in Gefilden bewegen, in denen wir die Mannschaft richtig gut entwickeln können, in denen kein Existenzdruck entsteht", erklärte er.

Zudem betonte er, dass Teilnahme von Gastspieler Kevin Wimmer (26, Stoke City) am Trainingslager allein von dem österreichische Nationalverteidiger ausging. "Kevin hat bei uns angefragt, ob er sich bei uns fít halten kann. Das ist der Fakt. Sonst hätte er sich bei der Zweiten von Stoke City fit halten müssen. Es ist aber keine Geschichte, die wir angeregt haben. Die kam von Kevin", stellte Beierlorzer fest und dämpfte die Erwartungen an eine Verpflichtung, indem er zu möglichen Zugängen erklärte: "Wir kümmern uns um die Dinge, die wir wollen. Und die schieben wir im Moment auch ganz fleißig an."

Stephan von Nocks