Gladbach: Für den Wirbelwind könnte es eng werden

Neues System: Wohin mit Traoré?

Letztes Pflichtspiel vor dem Urlaub: Guines Ibrahima Traoré.

Letztes Pflichtspiel vor dem Urlaub: Guines Ibrahima Traoré - in Gladbach warten auf ihn schwierige Zeiten. imago images

Die "Wüstenfüchse" waren eine Nummer zu groß für die Nationalmannschaft Guineas. Beim 0:3 gegen Algerien stand das von Ibrahima Traoré als Kapitän angeführte Team auf verlorenem Posten und verpasste den Einzug ins Viertelfinale des Afrika-Cups.

Körperlich voll belastbar

Persönlich verlief das Turnier für den Gladbacher dennoch positiv: Traoré bestritt alle drei Gruppenspiele sowie das Achtelfinale über die volle Distanz und absolvierte im Verlauf der Vorbereitung auch noch zwei Testspiele über die kompletten 90 Minuten. Nach einigen Verletzungspausen während der vergangenen Bundesligasaison ein klares Signal, dass der Körper des 31-Jährigen wieder höchsten Belastungen standhält.

Als letzter Borusse hat sich Traoré mittlerweile in den Urlaub verabschiedet. Erst nach dem Trainingslager am Tegernsee (14. bis 21. Juli) wird er nach Gladbach zurückkehren. Der Verlust an wertvoller Vorbereitungszeit ist dabei vielleicht nur das kleinere Handicap mit Blick auf die neue Saison.

4-4-2: Das wird für Traoré schwierig

Das größere Problem dürfte in dem Systemwechsel liegen, den Neu-Trainer Marco Rose der Mannschaft verordnen will. In der 4-4-2-Grundordnung mit Mittelfeldraute fehlen die Positionen, auf denen der Wirbelwind in der Vergangenheit glänzen konnte. Die große Frage lautet: Wohin mit Traoré?

Der rechte Flügel war jahrelang das vorwiegende Betätigungsfeld des Guineers. Im 4-4-2 mit Doppelsechs spielte Traoré im Mittelfeld auf der rechten Außenbahn, nach der Systemumstellung auf ein 4-3-3 rückte er vor auf die rechte Position in der offensiven Dreierreihe und selbst im 3-5-2-System gegen Ende der Saison blieb die Außenbahn sein Tätigkeitsbereich.

Künftig aber gibt es den eher klassischen Flügelspieler nicht mehr. Vor der Viererkette wird die Mittelfeldraute mit zwei zentraler ausgerichteten Achtern installiert. Davor wiederum setzt Rose auf zwei Stürmer. Damit zeichnet sich schon unabhängig vom knallharten Konkurrenzkampf in Mittelfeld und Angriff ab: Auf Traoré könnten schwierige Zeiten zukommen.

Einen Eindruck, was genau Rose mit seiner Mannschaft vorhat, liefert der erste Testspielauftritt am Mittwochabend im Stadtderby gegen den 1. FC Mönchengladbach (Anpfiff 18.30 Uhr, Grenzlandstadion). Neben Urlauber Traoré stehen vermutlich auch Tony Jantschke und Michael Lang nach ihren Trainingspausen noch nicht zur Verfügung. Jantschke musste wegen muskulären Problemen kürzertreten, Lang setzte wegen eines grippalen Infekts aus.

Jan Lustig

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