NBA: Nach elf Jahren bei den Thunder

Folgen vom Freitag: Westbrook und das unvermeidliche OKC-Aus

Russell Westbrook

Und wieder ist er allein, vorerst: Russell Westbrook. Getty Images

Manchmal braucht es in der NBA nur ein paar Minuten, und die Liga hat sich komplett verändert, wieder mal. Als Kawhi Leonards Entscheidung für die Los Angeles Clippers Freitagnacht durchsickerte, war es noch nicht ganz so weit. Erst ein paar Minuten später, als ihm Paul George folgte, avancierte Los Angeles wieder zum absoluten Fixpunkt des Basketball-Universums.

Kawhi, so wird es berichtet, hatte den Clippers die Unterschrifts-Bedingung gestellt, einen zweiten Superstar an seine Seite zu stellen. Also schickte General Manager Michael Winger fünf Erstrundenpicks, Shootingstar Shai Gilgeous-Alexander und Routinier Danilo Gallinari nach Oklahoma City, bekam George und deshalb auch Leonard. Die Clippers sind nun einer der Top-Favoriten auf die NBA-Krone - ganz, ganz anders als die Thunder.

OKC, das ist jetzt klar, hat das Titelfenster vergangenen Freitag geschlossen. General Manager Sam Presti hat aus der Not jedoch einen Trade geformt, der das Franchise für die kommenden Jahre völlig neu und gut aufstellen kann; auch wenn George, der erst in der vergangenen Offseason einen Vierjahresvertrag unterschrieben hatte, davon kein Teil sein wird.

Zurück bleibt (wieder mal und vorerst) nur Russell Westbrook. So wie schon vor drei Jahren, als Kevin Durant nach Oakland ging. Doch anders als damals soll es diesmal auch einen "Ausweg" für den MVP von 2017 geben. Beide Seiten, also Westbrook und OKC, sind nach ESPN-Berichten durchaus daran interessiert, nach elf gemeinsamen Jahren getrennte Wege zu gehen.

Kevin Durant und Russell Westbrook

Einst ebenfalls Weggefährten: Kevin Durant und Russell Westbrook. Getty Images

Das ist in Anbetracht des offensichtlich eingeleiteten Rebuilds keine allzu große Überraschung, da Westbrook in der kommenden Saison 38,5 Millionen Dollar verdient und im November 31 wird. "Beide Seiten", schreibt Insider Adrian Wojnarowski, "verstehen, dass die Zeit gekommen ist, sich Trade-Optionen anzuschauen."

Aber wohin? Genannt wurden bisher nur vage die Houston Rockets, die dann allerdings neben James Harden und Chris Paul drei Alpha-Guards hätten; die New York Knicks, die ihren eigenen Rebuild dann unnötigerweise konterkarieren würden; die Chicago Bulls, die in Coby White gerade erst einen Point Guard an siebter Stelle gedraftet haben; und am lautesten die Miami Heat.

Miami, berichtet "Woj", habe Interesse signalisiert und gleichzeitig das Interesse von Westbrook geweckt. Er möchte zu einem Team, das in näherer Zukunft um den Titel mitspielen kann. Das wäre am South Beach an der Seite von Jimmy Butler zwar nicht einfach, aber zumindest etwas realistischer als in Oklahoma City.

mkr

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