Zwei Teenies als HFC-Hoffnungsträger

Guttau und Papadopoulos: Mit Feingefühl und Wucht in den Profifußball

Julian Guttau, Antonios Papadopoulos

Mit jugendlichem Elan in die neue Saison: Julian Guttau (li.) und Antonios Papadopoulos gelten als Hoffnungsträger beim Halleschen FC. imago images

14 Tore erzielte Guttau in den ersten sechs Testspielen und ist dadurch zusammen mit Neuzugang Jonas Nietfeld (25) vom SSV Jahn Regensburg der beste Torschütze der Vorbereitung. Obwohl die Gegner größtenteils in unteren Spielklassen angesiedelt sind, "haben diese Tore einen großen Wert" für Guttau, wie er im MDR-Podcast "Badkurvenversteher" verrät: "Mir ist relativ egal, wer der Gegner ist - ob er Regionalliga oder unterklassig spielt. Ich versuche jeden Gegner gleich ernst zu nehmen. Und dann hat für mich ein Tor gegen einen unterklassigen Gegner auch die gleiche Wertigkeit wie gegen einen höherklassigen Gegner."

Generell zeigt sich Guttau weder überheblich noch beeindruckt von Gegnern, sei es in der Sommervorbereitung oder in der 3. Liga: Bei seinem Debüt in der ersten Mannschaft des Halleschen FC im September 2018 stand der Offensivspieler einem Weltmeister mit einer Erfahrung aus 186 Einsätzen in der 1. Bundesliga gegenüber, und zeigte sich angesprochen auf seinen Gegenspieler Kevin Großkreutz der Mitteldeutschen Zeitung ganz abgeklärt: "Da habe ich mir keinen Kopf gemacht. Ich konzentriere mich auf mein Spiel."

Nachdem der Hallesche FC in der vergangenen Saison am Ende um vier Punkte hinter dem SV Wehen Wiesbaden landete und den Relegationsplatz somit verpasste, soll nun in der kommenden Spielzeit ein neuer Angriff Richtung 2. Bundesliga gestartet werden: Guttau soll dabei eine tragende Rolle spielen. In seiner ersten Profisaison kam der Offensiv-Allrounder, der auf dem Flügel, als Sturmspitze oder dahinter als Zehner agieren kann, auf fünf Startelf-Einsätze, 14-mal wurde er eingewechselt, ein Tor in der 3. Liga gelang ihm bisher noch nicht. In der neuen Saison soll sich das ändern, nach der Eingewöhnungszeit in der Liga und dem "Welpenschutz" soll nun der Sprung zum Stammspieler gelingen - gute Ansätze zeigte er bereits in den Testspielen.

"Papa" möchte vorweg gehen

Ähnliche Ambitionen hegt auch Antonios Papadopoulos: Anders als Guttau, der in der HFC-Jugend ausgebildet wurde, wechselte der Deutsch-Grieche erst im Sommer vom ehemaligen Ligakonkurrenten VfR Aalen, wo er unter dem früheren Halle-Trainer Rico Schmitt zum Stammspieler avancierte, an die Saale. Beim Absteiger kam der ebenfalls 19-Jährige auf zwölf Einsätze in der 3. Liga, achtmal stand er in der Startelf. Beim HFC möchte "Papa" nun Verantwortung übernehmen und vorweg gehen, auch deshalb entschied er sich gegen einen Wechsel in die zweite Bundesliga, wie er dem "Mitteldeutschen Rundfunk" erklärt: "Ich hatte auch Angebote aus der zweiten Liga. Das wollte ich aber noch nicht machen, da ich dort nur Perspektiv- oder Ergänzungsspieler gewesen wäre. Stattdessen wollte ich weitere Erfahrungen in der 3. Liga sammeln."

Den robusten und wuchtigen Zweikämpfer sieht sein Trainer Torsten Ziegner auch aufgrund seiner technischen Fähigkeiten primär im defensiven Mittelfeld, dennoch könnte er bei Bedarf seinen Schützling auch als Innenverteidiger oder gar im offensiven Mittelfeld einsetzen. Neben jener Polyvalenz lobt der Fußballlehrer auch die professionelle Einstellung des "wissbegierigen und extrem engagierten" Talents.

Saisonauftakt gegen KFC Uerdingen: Guttaus Wiedersehen mit Großkreutz

Wie auch sein Kollege Guttau traf Papadopoulos in seinem Profi-Debüt auf einen großen Namen: Im Spiel gegen die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen verteidigte er gegen den jetzigen U-21-Nationalspieler Johannes Eggestein, der damals zwar noch nicht den Durchbruch in die Bundesliga geschafft hatte, aber sich mittlerweile im Kader der ersten Mannschaft der Weserstädter festspielte und damit den Weg eingeschlagen hat, der Guttau und "Papa" noch bevorsteht. Am 21. Juli beginnt eine richtungsweisende Saison für die beiden Youngster, wieder geht es gegen Uerdingen und egal, wen KFC-Trainer Heiko Vogel auf den Platz schickt, die beiden konzentrieren sich mit all ihrer jugendlichen Gelassenheit und Souveränität einfach auf ihr Spiel.

kon

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