Der neue Trainer im Interview über seinen Weg und Herthas Philosophie

Covic: "Wir werden keine dummen Sachen machen"

Ante Covic

Will an der Hertha-DNA festhalten: Ante Covic. imago images

Aus Herthas Trainingslager in Neuruppin berichtet Steffen Rohr

"Das Geld ermöglicht uns, uns vielleicht mal in einem höheren Regal zu bedienen", erklärte Covic. "Aber wir sind besonnen und werden keine dummen Sachen machen." Mit dem Engagement seines neuen Teams ist der vormalige U-23-Coach der Berliner nach der ersten Woche der Vorbereitung sehr zufrieden. Die Mannschaft sei "unheimlich aufnahmefähig und lernwillig", unterstrich der Kroate. "Sie hat die Antennen brutal ausgefahren."

Zugleich kündigte Covic eine Verkleinerung des Kaders an. Im Trainingslager in Neuruppin arbeiten Covic und sein Staff aktuell mit 25 Feldspielern und drei Torhütern. Mitte Juli stoßen die die drei U-21-Vizeeuropameister Eduard Löwen (16.7.), Arne Maier und Maximilian Mittelstädt (jeweils 19.7.) hinzu. "Wir werden die Gruppe im Laufe der Vorbereitung reduzieren", so Covic. "Einige Jungs sind Kandidaten für eine Ausleihe."

Ich plane fest mit ihm.

Ante Covic über Niklas Stark

Der Nachfolger von Pal Dardai machte zugleich deutlich, dass er fest mit Niklas Stark plant, dessen Ausstiegsklausel im bis 2022 laufenden Vertrag zum 30. Juni verstrichen ist: "Wir haben es jetzt selbst in der Hand. Ich hatte mit Niklas nach den Juni-Länderspielen telefoniert. Schon da hat er mir das Gefühl gegeben, dass er sich auf den Neuanfang bei Hertha BSC freut. Ich plane fest mit ihm."

Dardai? "Sicher nochmal anrufen"

Seinen Vorgänger Dardai will Covic "sicher nochmal anrufen", aber am Anfang sei es für ihn "wichtig, mir unvoreingenommen über alles ein eigenes Bild zu verschaffen". Über seinen eigenen Weg - vom Fan-Liebling als junger Profi zum Bundesliga-Trainer - sagte er: "Ich bin älter und reifer geworden." Als Spieler habe er "nicht den nötigen Fleiß gehabt", aber ohne das Gefühl, damals nicht 100 Prozent aus den eigenen Möglichkeiten herausgeholt zu haben, "wäre ich nicht der Trainer geworden, der ich jetzt bin".

Dass er jetzt anders als vorher mit gestandenen Profis und unter dem Brennglas der Öffentlichkeit arbeitet, macht ihm nichts aus: "Für mich ist das Wichtigste, dass ich mich nicht verändern muss für das, was ich jetzt mache. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich etwas in mir drin ändern muss, würde ich den Job nicht machen. Aber mein Eindruck ist, dass ich ich sein kann."

Im Interview (Montagausgabe) spricht Covic auch über Marko Grujic, frühere Anfragen anderer Klubs, seine Fußball-Idee und den Spagat zwischen Nähe und Autorität.

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