Beachvolleyball-WM: Gold geht nach Russland

Thole/Wickler scheitern im Finale und holen Silber

Am Ende reichte es doch nur für Platz zwei: Julius Thole und Clemens Wickler.

Am Ende reichte es doch nur für Platz zwei: Julius Thole und Clemens Wickler. Getty Images

"Was ihr in den letzten zehn Tagen für uns und die anderen deutschen Teams veranstaltet habt, war der Wahnsinn", sagte Wickler am Mikrofon auf dem Center Court zu den feiernden Fans: "Ohne euch wären wir nicht so weit gekommen." Die beiden Deutschen waren zunächst sichtlich niedergeschlagen in ihre Box gegangen, ehe die Zuschauer sie mit lauten Sprechchöre wieder auf den Sandplatz riefen.

Knapp zwei Jahre nach ihrer unfreiwilligen sportlichen Zusammenstellung zeigte das Duo auch im Endspiel vor 12 000 Zuschauern am Hamburger Rothenbaum eine starke Leistung, die nach dem ersten gewonnen Satz am Ende aber nicht zum großen Coup reichte. Die Russen entschieden den zweiten und dritten Durchgang recht souverän für sich und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Anders als in den Partien zuvor machten Thole/Wickler zu viele Fehler, sie brachten ihre Angriffe zu selten durch. Beim 4:4 im entscheidenden Durchgang musste Blocker Thole am Nacken behandelt werden, auch der zwischenzeitliche Ausgleich wenig später im Tie-Break half den Deutschen nicht.

Nach Wicklers nationalem Meistertitel 2017 mit Tim Holler hatte ihn der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) überraschend mit Talent Thole zwangsvereint. Weltmeister Russland sicherte sich auch den ersten Startplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Die 12 000 enthusiastischen Fans im proppevollen Stadion am Rothenbaum feierten das deutsche Duo trotz der Niederlage minutenlang. In den zehn WM-Tagen haben sich Thole/Wickler nicht nur als neue Elitespieler entpuppt, sondern auch zu absoluten Fan-Lieblingen entwickelt. "Sie sind schon jetzt das neue Aushängeschild", erklärte DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand.

Vor zehn Jahre hatten die Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann in Stavanger den ersten WM-Titel für Deutschland geholt. 2017 in Wien gewannen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die 2016 in Rio auch Olympiasieger waren, den Weltpokal.

dpa