Hertha BSC: Stark künftig vermutlich Vize

Ibisevic bleibt Kapitän

Vedad Ibisevic

Spricht neben der bosnischen Sprache auch Deutsch, Englisch, Französisch fließend, schießt Tore - und bleibt Kapitän der Berliner Hertha: Vedad Ibisevic. imago images

Aus Herthas Trainingslager in Neuruppin berichtet Steffen Rohr

Bevor der neue Berliner Coach Ante Covic die Mannschaft, die seit Mittwoch für eine Woche Grundlagenarbeit im brandenburgischen Neuruppin logiert, über die Personalie informierte, hatte er sich mit Ibisevic selbst ausgetauscht. Beide Seiten sahen keine Veranlassung, an der bestehenden Hierarchie etwas zu verändern.

Damit geht der bosnische Ex-Nationalspieler, der 2015 vom VfB Stuttgart in die Hauptstadt gekommen war, in sein viertes Jahr als Hertha-Kapitän. Im August 2016 hatte der damalige Trainer Pal Dardai nach dem Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen Bröndby IF Fabian Lustenberger als Kapitän abgesetzt und Ibisevic zum Nachfolger bestimmt. Der Stürmer hatte im Mai seinen auslaufenden Vertrag in Berlin um ein Jahr verlängert.

Mit der Besetzung der Stellvertreter-Posten will sich Covic Zeit lassen. Die Entscheidung darüber wird er vermutlich erst im zweiten Trainingslager im österreichischen Stegersbach (24. Juli bis 1. August) treffen. Bislang waren Per Skjelbred (32) und Salomon Kalou (33) die stellvertretenden Spielführer.

Covic denkt darüber nach, jemand Jüngeren stärker in die Verantwortung zu nehmen - und denkt dabei in erster Linie an Niklas Stark (24). Der Innenverteidiger hatte im ersten Halbjahr 2019 den Sprung ins Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft geschafft, war aber gegen Serbien, in Holland, in Weißrussland und gegen Estland jeweils ohne Einsatz geblieben. Bei Hertha hätte Stark bis zum 30. Juni eine Ausstiegsklausel ziehen und für etwa 25 Millionen Euro Ablöse aus seinem bis 2022 datierten Vertrag aussteigen können. Die Klausel verstrich ungenutzt, die Wahrscheinlichkeit auf den Verbleib des U-21-Europameisters von 2017 ist damit deutlich gestiegen.

Kein Leistungsträger soll mehr gehen

Hertha, so viel ist klar, will nach Valentino Lazaro (23, für 22 Millionen Euro Basisablöse zu Inter Mailand) keinen weiteren Leistungsträger abgeben. Stark hatte bis zu seiner schweren Verletzung im rechten Sprunggelenk (Knöchelanbruch, Anriss der Syndesmose und des Außenbandes), die er am 21. April im Heimspiel gegen Hannover (0:0) erlitt, eine gute, konstante Rückrunde gespielt. Für die beiden EM-Qualifikationsspiele im Juni war er rechtzeitig fit geworden - am Ende blieb er aber sowohl in Weißrussland (2:0) als auch gegen Estland (8:0) erneut nur auf der Bank. Bei Hertha soll Stark, der 2015 vom 1. FC Nürnberg kam, künftig noch mehr Verantwortung übernehmen - und 2020 könnte er im Fall eines Ibisevic-Abschieds die Kapitäns-Binde dann endgültig übernehmen.

Steffen Rohr

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