Coach der Seleçao fiebert dem Endspiel der Copa America entgegen

Ist Tite noch gar nicht Nationaltrainer von Brasilien?

Adenor Leonardo Bacchi, kurz Tite genannt

Betreut die Nationalmannschaft Brasiliens: Trainer Adenor Leonardo Bacchi, kurz Tite genannt. imago images

Seit drei Jahren sitzt Tite als Nachfolger von Carlos Dunga auf Brasiliens Trainerbank, verantwortet seither also den Rekord-Weltmeister (fünf Titel, zuletzt 2002) und achtmaligen Sieger der Copa America.

Doch so richtig ankommen ist er laut eigener Aussage noch nicht bei der Seleçao. Das würde wohl erst in Rio de Janeiro im Maracana-Stadion am Sonntag (22 Uhr, LIVE! bei kicker.de und live bei DAZN) passieren, wenn das Finale der Copa America 2019 gegen Peru ansteht. Schließlich gebe da ein ungeschriebenes Gesetz in seiner Gilde, sagte der 58-Jährige vor dem Endspiel: "Hast du schon im Maracana gecoacht? Nicht? Dann bist du kein wahrhaftiger Seleçao-Trainer!"

Das "Finalissima" gegen Peru in Rio de Janeiros Fußballtempel wird somit zu Tites zweiter Geburtsstunde als Chef der Canarinhos, der Kanarienvögel - und für Brasilien soll am Ende des Abends der neunte Titel beim ältesten Nationenturnier der Welt stehen. Es wäre bereits der fünfte bei einer Copa America daheim unter dem Zuckerhut.

Und das Maracana, diese neue, alte Schüssel für mittlerweile rund 75.000 Zuschauer, sollte die perfekte Bühne bieten. Die Seleçao spielte das letzte Mal vor sechs Jahren, am 30. Juni 2013, in ihrer Kultstätte, als sie beim Confed-Cup-Finale den damaligen Weltmeister Spanien mit 3:0 auseinander nahm. Deutschlandweit dürfte das Rund vor allem seit 2014 bekannt sein, als die DFB-Auswahl um Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose oder Kapitän Philipp Lahm dort gegen Argentinien Weltmeister geworden ist. Überhaupt gab es erst eine Pflichtspielniederlage im Estadio Jornalista Mario Filho für Brasilien: das historische Maracanazo im finalen WM-Spiel 1950 gegen Uruguay.

Tite bleibt Trainer

Unabhängig vom Ausgang des Copa-Endspiels hat der brasilianische Verband CBF (Confederação Brasileira de Futebol) bekräftigt, dass Tite auch nach dem Turnier weiter im Amt bleiben würde. Gerüchte hin, Gerüchte her, der 58-Jährige könne sein Amt nach dem Turnier freiwillig abgeben. Der Wortlaut der offiziellen Meldung: "Der brasilianische Fußballverband bringt sein Vertrauen in die Arbeit des Technischen Komitees der brasilianischen Nationalmannschaft um Trainer Tite zum Ausdruck. Und es wird bekräftigt, dass dieses Verhältnis weiterhin aufrechterhalten wird."

mag/sid