Tennis

Kyrgios pöbelt gegen Nadal: "Werde mich nicht entschuldigen"

Australier teilt nach Niederlage gehörig aus

Kyrgios pöbelt gegen Nadal: "Werde mich nicht entschuldigen"

Nick Kyrgios

Unzufrieden mit Gegner und Schiedsrichter: Nick Kyrgios während der Zweitrundenpartie gegen Rafael Nadal. imago images

Beim Stand von 4:4 im dritten Satz war Nadal ans Netz aufgerückt, Kyrgios feuerte seine Vorhand daraufhin mit Highspeed auf den Körper des 18-fachen Grand-Slam-Siegers, der sich noch so eben mit dem Schlägerrahmen vor einem schmerzhaften Treffer schützen konnte. Eine Aktion, die dem als "Bad Boy" bekannten Kyrgios ein Raunen des Publikums sowie einen bösen Blick seines Gegners einbrachte. Von einer Entschuldigung gemäß der Tennis-Etikette sah der Australier jedoch ab - im Gegenteil.

"Das ist mir egal", meinte der 24-Jährige auf der Pressekonferenz nach Spielende. "Ich werde mich auf gar keinen Fall entschuldigen." Und Kyrgios legte nach: "Er hat wie viele Grand Slams? Wie viel Geld auf dem Konto? Ich denke, da wird er einen Ball auf die Brust vertragen." Dabei gab der Australier offen zu, dass der Körpertreffer Absicht gewesen sei: "Ich habe auf ihn gezielt, ich wollte ihn auf der Brust treffen."

Der Spanier selbst sprach von einem verantwortungslosen Schlag des Australiers. "Es ist nicht für mich gefährlich, aber für die Linienrichter und die Zuschauer", meinte Nadal. "Wenn man so einen Ball schlägt, weiß man nicht, wo er hingeht."

Kyrgios contra Referee: "Er fühlt sich wichtig, da oben zu sitzen"

Doch nicht nur den Aufreger der Partie, auch Nadals Verhalten zwischen den Punkten kommentierte Kyrgios gewohnt bissig. "Nein, er war total schnell", antwortete er sarkastisch auf die Frage eines Journalisten, ob die ausgiebige Vorbereitung des Spaniers vor jedem Ballwechsel ihn gestört habe. Besonders regte sich der am Ende unterlegene Australier jedoch darüber auf, dass Nadal "Stop" gerufen habe, während Kyrgios selbst servierte - und Referee Damien Dumusois dem stattgab.

"Die Regel ist, sich nach dem Aufschläger zu richten. Ich habe den Stuhlschiedsrichter darum gebeten, Rafa das mitzuteilen. Er antwortete: 'Ich sage ihm, was ich sagen will.'", erzählte Kyrgios und schloss: "Er fühlt sich wohl sehr wichtig, da oben zu sitzen." Generell sei die Leistung des Referees "fürchterlich, einfach schrecklich" gewesen, jedoch nicht der Grund, warum er am Ende nach vier teils spektakulären Sätzen mit 3:6, 6:3, 6:7 (5:7), 6:7 (3:7) die Segel streichen musste: "Rafa hat gut gespielt - und dann ist es sehr schwer, ihn zu schlagen."

Nadal indes kritisierte Kyrgios auf seiner Pressekonferenz für dessen Auftreten. Sein Gegner sei Teil einer Sportart, "die auf Respekt und sauberem Spiel basiert" und müsse sich entsprechend verhalten. Bereits in der Vergangenheit war es aufgrunddessen zu Zoff zwischen den beiden Spielern gekommen. Dabei habe der Australier "das Potenzial, ein Grand Slam-Turnier zu gewinnen", wenn er etwas an seiner Einstellung ändere. Dieses Potenzial hatte Kyrgios auch gegen Nadal mehrfach angedeutet, letztendlich war es jedoch der Spanier, der das Rennen machte. Der Wimbledon-Sieger von 2008 und 2010 trifft am Samstag auf den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

mib

Ein letzter Kuss, Nadals neues Gefühl, Kerbers Katastrophe