UEFA-Präsident verteidigt Baku als Austragungsort des EL-Finals

Gruppenticket für CL-Halbfinalisten ab 2020/21? Ceferin will Regeln ändern

Neue Ideen für die Königsklasse: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Neue Ideen für die Königsklasse: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. imago images

Im Interview mit der englischen "Times" gab Ceferin die neuen Ideen der UEFA preis, die schon für die Champions-League-Saison 2020/21 massive Auswirkungen haben könnten. Knackpunkt: Wer in der kommenden Runde der Königsklasse weit kommt, soll in der Spielzeit darauf automatisch für die Gruppenphase qualifiziert sein. Laut Ceferin müsse man "die Klubs schützen, die weit im Wettbewerb kommen wie Ajax oder Monaco (Halbfinalist 2016/17, d.Red.), die, obwohl sie ins Halbfinale vorgerückt sind, ihre Teilnahme an der Champions League nicht sicher haben".

Die Niederländer waren im jüngst abgelaufenen Wettbewerb unter die letzten Vier gekommen, "und jetzt müssen sie all ihre Spieler verkaufen, weil sie nicht wissen, ob sie für die kommende Spielzeit qualifiziert sind". Ajax muss trotz der Meisterschaft erst durch die Champions-League-Qualifikation, um in die Gruppenphase einzuziehen.

Englische Klubs könnten profitieren

Die Regeländerung müsse laut Ceferin innerhalb der UEFA diskutiert werden, am 11. September werde das Thema bei der nächsten Zusammenkunft auf den Tisch kommen. Das Problem: "Kleinere" Mannschaften wie Monaco oder Ajax sind alles andere als Dauergäste im Halbfinale der Königsklasse. Profitieren würden wohl vor allem die großen englischen Klubs, die in der Liga dem harten Konkurrenzkampf häufig Tribut zollen müssen und sich darüber nicht für die Champions League qualifizieren können. In der abgelaufenen Saison der Premier League blieben namhafte Vereine wie Arsenal oder Manchester United auf der Strecke. Ihnen würde sich durch ein starkes Abschneiden in der Königsklasse eine zusätzliche Option bieten, sprich: Zieht zum Beispiel Chelsea, das für die Königklasse qualifiziert ist, ins Halbfinale ein, wird in der Liga aber nur Fünfter, wären die Blues dabei in der CL-Saison 2020/21.

Die Super League wird es nicht geben, solange ich hier bin.

Aleksander Ceferin

Auch über die Idee einer europäischen Superliga, also eine exklusive Liga für Europas Topvereine, sprach Ceferin, diese lehnt er aber nach wie vor in aller Deutlichkeit ab. "Die Super League wird es nicht geben, solange ich hier bin", sagte der 51-jährige Slowene. Er bekräftigte, dass er "nicht nur den großen Klubs zur Verfügung stehe, sondern auch den kleinsten". Für charmant hält er hingegen die Idee, den Europameister gegen den Sieger der Copa America antreten zu lassen, um so eine Art "Champion der Champions" zu küren. Die FIFA will er dabei außen vor lassen. "Warum muss ich die FIFA um Erlaubnis bitten? Sie hat damit nichts zu tun", erklärte Ceferin. Diese Entscheidung könne auch die UEFA gemeinsam mit dem südamerikanischen Verband CONMEBOL treffen, denn: "Wir sind Partner der FIFA, keine Untergebenen."

Ceferin wehrt sich wegen Kritik an Baku

Für großen Wirbel hatte die Austragung des Europa-League-Finals zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal in Baku/Aserbaidschan gesorgt, die Entscheidung der UEFA war wegen zahlreicher Gründe auf Kritik gestoßen. Unter anderem wurde die lange Anreise für die beiden englischen Klubs kritisiert. Ceferin kann dieses Argument nicht nachvollziehen: "Wir werden nicht bis zwei Wochen vor dem Finale warten, um zu sehen, wo wir es spielen lassen. Alle Länder in der UEFA bekommen die Gelegenheit und müssen sie auch bekommen, Fußball auf dem höchsten Niveau ansehen zu können."

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