Trainingsauftakt in Frankfurt noch ohne Kohr und Durm

Hütter warnt: "Das wird kein Spaziergang"

Frankfurts Trainer Adi Hütter (Mi.). hier mit Manager Fredi Bobic (li.) und Scout Ben Manga.

Bester Laune: Frankfurts Trainer Adi Hütter (Mi.). hier mit Manager Fredi Bobic (li.) und Scout Ben Manga. imago images

Als Hütter um 13 Uhr zur ersten Pressekonferenz der neuen Saison auf dem Podium im Bauch der Arena platznahm, war die Verpflichtung von Kohr noch nicht perfekt. Deshalb wollte er sich noch nicht näher über den aus Leverkusen gekommenen Mittelfeldspieler äußern.

Immerhin gab die Eintracht wenige Minuten vor "Anpfiff" der Pressekonferenz die Unterschrift von Durm bekannt. Hütter freut sich auf einen "schnellen, dynamischen Spieler, der das Herz am rechten Fleck hat und uns variabler macht".

Aufgrund des Mangels an adäquaten Flügelspielern war die taktische Grundausrichtung in einem 3-5-2 vergangene Saison beinahe in Stein gemeißelt. Das soll sich zur neuen Spielzeit ändern. "Wir wollen variabler und schwerer ausrechenbar werden", kündigt der Coach an. Auf dem Weg dahin ist Durm ein wichtiger Baustein. "Meine Lieblingsposition ist links hinten in der Vierer- oder Fünferkette. Ich bin aber sehr variabel und habe fast 50 Prozent meiner Spiele auf der rechten Seite gemacht", erklärt der 27-jährige Neuzugang aus Huddersfield. Sollte er beispielsweise in einer Viererkette als Linksverteidiger agieren, könnte Filip Kostic davor den Flügelstürmer geben.

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Hütter sieht "steinigen Weg in die Gruppenphase"

Viel Zeit bleibt Hütter nicht, um sein Team auf das erste Spiel in der Qualifikation zur Europa League vorzubereiten. Am 25. Juli treffen die Hessen auf den Sieger des Duells zwischen Flora Tallinn und Radnicki Nis. "Wir wären lieber erst im September in die Europa League eingestiegen. Trotzdem sind wir glücklich, dass wir die Qualifikation spielen können. Es ist ein steiniger Weg bis in die Gruppenphase. Wer glaubt, dass das ein Spaziergang wird, weil wir vergangene Saison bis ins Halbfinale gekommen sind, dem kann ich versprechen: Das wird nicht so sein."

Es müssen nicht nur die neuen Spieler schnellstmöglich integriert werden, auch die richtige Belastungssteuerung stellt eine enorme Herausforderung dar. Schließlich müssen in den kommenden Wochen die konditionellen Grundlagen für die Saison erarbeitet werden. Zugleich muss Hütter darauf achten, dass seinen Profis nicht jegliche Frische abhandenkommt, wenn es in drei Wochen ernst wird. Doch der Österreicher ist guter Dinge: "Ich glaube, dass wir am 25. Juli parat sein werden. Ich habe die Laktattests gesehen, die Jungs haben sehr gut gearbeitet. Im physischen Bereich sieht das ganz anders aus als vor einem Jahr."

Wir im Klub wissen, wie schwer die Bundesliga ist und sind sehr realistisch.

Adi Hütter

"Die Erwartungshaltung", weiß Hütter, "schraubt sich natürlich nach oben". Beklagen will er sich darüber nicht, und es liegt auf der Hand, dass er wie alle Fans auf eine ähnlich erfolgreiche Spielzeit wie 2018/19 hofft. Er sagt aber auch: "Wir im Klub wissen, wie schwer die Bundesliga ist und sind sehr realistisch." Dass mehr als die halbe Liga die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb anpeilt, ist ein offenes Geheimnis. Um erneut Platz 7 zu erreichen oder gar noch besser abzuschneiden, muss sehr viel passen.

Keine Zweifel gibt es, mit welcher Spielweise die Eintracht ihre Ziele erreichen will. "Wir werden versuchen, wieder einen attraktiven, begeisternden Fußball zu spielen", kündigt Hütter an. Das sagte er auch vor einem Jahr - und ließ den mutigen Worten Taten folgen.

Julian Franzke

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