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Norisring: Ein Rennen der Superlative

Norisring

Heimat von Dramen, Triumphen und Kuriositäten: Der Norisring in Nürnberg. imago images

Meiste Siege: Der Engländer Jamie Green ist der erfolgreichste Fahrer auf dem Norisring in der modernen Ära der DTM. 2008, 2009 und 2010 gewann er dreimal in Folge, sein vierter Sieg 2012 brachte ihm dann endgültig den Ehrentitel "Mr. Norisring". Kann Green, der jetzt für Audi fährt und nach einer Blinddarm-OP sein Comeback erlebt, den ersten Norisring-Sieg für die Ingolstädter Marke seit dem Jahr 2016 (Nico Müller) einfahren?

Größter Vorsprung: Bei seinem Sieg 2014 fuhr der Kanadier Robert Wickens im Mercedes nicht weniger als 23,906 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Jamie Geeen über die Ziellinie. Bei durchschnittlichen Rundenzeiten von etwas über 48 Sekunden bedeutete Wickens' Vorsprung fast eine halbe Runde auf der nur 2.3 Kilometer kurzen Strecke.

Knappster Sieg: Der minimale Vorsprung von nur 0,089 Sekunden für Klaus Ludwig auf seinem Opel-Markenkollegen Uwe Alzen im ersten Rennen 1996 bedeutete den knappsten Sieg in der DTM-Geschichte auf dem Norisring.

Knappster Podiumskampf: 2017 fuhren drei Fahrer mit drei unterschiedlichen Marken innerhalb von 0,027 Sekunden ins Ziel. Im Sonntagsrennen querten Edoardo Mortara (Mercedes), Mattias Ekström (Audi) und Marco Wittmann (BMW) im Kampf um Platz quasi zeitgleich die Ziellinie. Die genaue Analyse der Zeiten und Aufnahmen ergab, dass Mortara hauchdünn die Nase vorn hatte, nur zwei Tausendstelsekunden vor Ekström. Wittmann hatte 0,025 Sekunden Rückstand auf den Schweden.

Großes Drama: Bernd Schneider führte im Rennen 2002 und schien auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg, aber in der letzten Runde bremste er plötzlich stark vor der Dutzendteichkehre. Laurent Aiello zögerte keinen Moment, ging innen vorbei und gewann zum schon vierten Mal in dieser Saison. Später erklärte Schneider, eine geschwenkte gelbe Flagge hätte ihn veranlasst zu bremsen. Eine Untersuchung nach dem Rennen ergab, dass es tatsächlich eine gelbe Flagge gegeben hatte, diese aber gerade wieder eingezogen worden war, als der Spitzenreiter ankam. Für Schneider eine große Enttäuschung.

Crashs, Disqualifizierungen und Frauen-Power

Unglücklichster Unfall: Das ist wohl der von Jan Magnussen, der noch nicht einmal im Rennen, sogar noch nicht einmal auf der Strecke passierte! 1995 stürzte der Mercedes-Fahrer im Fahrerlager so unglücklich mit seinem Roller, dass er sich einen Beinbruch zuzog und auch an den nächsten beiden Rennwochenenden pausieren musste.

Spektakulärster Crash: 2017 verlor Gary Paffett die Kontrolle über seinen Mercedes nach einer Berührung mit Jamie Green auf der schnellen Passage vor der Grundigkehre. Das Auto des Briten, das sich drehte, krachte vehement in den Audi von Mike Rockenfeller, der sich durch das Kupplungspedal einen Bruch im linken Fuß zuzog. Obwohl sich Rockenfeller am nächsten Rennwochenende noch mit Krücken fortbewegte, durfte er in den Rennen starten und kam auf dem Moscow Raceway als Zweiter ins Ziel.

Flasche voll: In den DTM-Geschichtsbüchern findet man keinen Sieger beim Rennen 2013. Wieso? Audi-Fahrer Mattias Ekström kam als Erster ins Ziel, wurde aber disqualifiziert, nachdem festgestellt wurde, dass unmittelbar nach dem Rennen durch seinen Vater Bengt Wasserflaschen in die Taschen seines Rennanzugs geleert worden waren. Vorsatz (Verdacht der Gewichtsveränderung) konnte nicht nachgewiesen werden und so verlor Ekström zwar seinen Sieg, aber die nachfolgenden Fahrer rückten im Ergebnis nicht auf.

First Lady: 2009 fuhr Katherine Legge im Audi A4 DTM mit 48,620 Sekunden die schnellste Rennrunde auf dem Norisring. Damit wurde die Engländerin zur einzigen Fahrerin, die seit dem Neubeginn der DTM im Jahr 2000 eine schnellste Rennrunde fuhr.