Hoffenheims Amiri hätte sich "zwei gute Halbzeiten" gewünscht

Kuntz ist "durch" und bricht eine Lanze für weinenden Nübel

Nachdenklich: Während U-21-Coach Stefan Kuntz grübelt, kommen Torhüter Alexander Nübel im Hintergrund die Tränen.

Nachdenklich: Während U-21-Coach Stefan Kuntz grübelt, kommen Torhüter Alexander Nübel im Hintergrund die Tränen. imago images

Der erste Spieler, der sich den Fragen am ARD-Mikrofon stellte, war Kapitän Jonathan Tah von Bayer 04 Leverkusen. Trotz der großen Enttäuschung könne die deutsche U 21 "viel aus dem Turnier mitnehmen". In der Kritik war besonders die verschlafene Anfangsphase, wobei Tah vehement klarstellen wollte: "Das hatte nichts mit fehlender Courage zu tun." Spanien habe es mit seinem bekannten Ballbesitzfußball eben auch gut gemacht.

Nadiem Amiri, der mit seinem sehr späten Anschlusstor zumindest nochmal ein klein wenig Spannung reingebracht hatte, war die Enttäuschung noch ein wenig mehr anzumerken. "Es tut weh, mehr kann man dazu nicht sagen", so der Hoffenheimer Flügelflitzer, um dann doch anzufügen: "Heute war mehr drin. Die Spanier haben es aber einen Tick besser gemacht und verdient gewonnen." Speziell im zweiten Abschnitt habe sein Team "gut attackiert und gut gespielt, aber in so einem Finale gegen Spanien musst du halt zwei gute Halbzeiten spielen".

Zweites Gegentor "zum genau falschen Zeitpunkt"

So kurz nach dem Schlusspfiff hatte zumindest Trainer Kuntz schon wieder eine größere Portion Optimismus im Gepäck. Ihm gefiel besonders "die Art und Weise - dass wir nicht aufgegeben haben". Dank einer taktischen Analyse in der Pause konnte sein Team das Spiel nach dem Wechsel zwar offener gestalten, doch das 0:2 sei dann "zum genau falschen Zeitpunkt gefallen".

Alleine was die Jungs für eine Entwicklung genommen haben.

U-21-Coach Stefan Kuntz

Imponieren konnten seine Schützlinge ihm anschließend mit dem unbedingten Willen, noch den Anschlusstreffer erzielen zu wollen. Kuntz sah mit Spanien einen "verdienten Europameister", doch das gesamte Team könne "mit ganz breiter Brust aus diesem Turnier rausgehen". "Alleine was die Jungs für eine Entwicklung genommen haben", gab der 56-Jährige zu bedenken. Dass die Mannschaft so nicht mehr zusammenkommen werde, ließ in Kuntz "ein bisschen Demut" aufkommen.

"Das gehört bei einem Torhüter dazu"

Für den nach Schlusspfiff weinenden, fast untröstlichen Schlussmann Alexander Nübel vom FC Schalke 04, der vor dem 0:2 gepatzt hatte, brach Kuntz eine Lanze: "Das gehört bei einem Torhüter dazu. Er hat uns auch erst mit in das Finale reingebracht."

Ob Kuntz nun vielleicht sogar schon an den nächsten Jahrgang denke, wurde er gefragt. Schnell schüttelte der U-21-Coach mit dem Kopf und gab offen zu: "Ich bin durch." Die nächsten Tage und Wochen sollen den Kindern, den Enkelkindern, seinen Freunden, dem Garten, dem Motorrad fahren und dem Urlaub gehören. Erst dann will er neu angreifen.

msc

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