Sommer extrem: Enorme Hitze bringt Sportler an ihre Grenzen

Hitze-Drama: Führende True kollabiert bei Iron Man

Sarah True

Ihr fehlte ein Kilometer zum Sieg in Frankfurt: Sarah True verlor die Kontrolle über ihren Körper. imago images

Extreme Hitze mit Temperaturen von teilweise fast 40 Grad hat bei mehreren Sportveranstaltungen in ganz Deutschland für Probleme gesorgt. Am Sonntag brach die beim Ironman in Frankfurt klar führende US-Amerikanerin Sarah True 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen, beim Halbmarathon in Hamburg kollabierten mehrere Läufer und auch beim Leichtathletik-Meeting in Ratingen und den deutschen Straßenradmeisterschaft am Sachsenring brachten die Extrembedingungen die Athleten an ihre körperlichen Grenzen.

Während der ehemalige Weltmeister Jan Frodeno in der Gluthitze in Hessen den Titel bei der Ironman-EM holte und anschließend von einem "wirklich harten Kampf" sprach, torkelte True am Ende des abschließenden Marathons nur noch. Die 37-Jährige nahm nicht einmal mehr die Verpflegungsstationen wahr, an denen sie kurz vor ihrem Zusammenbruch noch vorbeigelaufen war und hatte offensichtlich die Kontrolle über ihren Körper verloren. Den Sieg sicherte sich so Skye Moench aus den USA, während True behandelt werden musste. Völlig entkräftet wehrte sich True dagegen, das Rennen abzubrechen und musste von den Sanitätern schließlich gezwungen werden, nicht wieder auf die Strecke zurückzukehren.

In meinem Kopf hätte man heute Eier kochen können.

Triathlet Sebastian Kienle bei der Ironman-EM in Frankfurt über das heiße Wetter
Sebastian Kienle

Kopf in die Eistonne: Sebastian Kienle hatte sich schnell erholt. imago images

Sieger Frodeno blieb auch lange im Zielbereich sitzen, stopfte sich Eiswürfel ins Trikot, um seine Köpertemperatur zu senken. Der Zweitplatzierte Sebastian Kienle, der sich eine Scherbe in die Ferse getreten hatte, gab da schon wieder Interviews. "In meinem Kopf hätte man heute Eier kochen können", erzählte er von seinem persönlichen Empfinden am harten Renntag. Deshalb tauchte er seinen Kopf unmittelbar nach der Ziellinie auch in die Eistonne, stand kurze Zeit später aber schon wieder und gratulierte Frodeno, der noch im Schatten am Boden kauerte, zu seinem Sieg.

Engpässe an den Wasserstellen

Medizinische Hilfe war auch bei 33 Grad in Hamburg nötig. "Wir haben uns schon vor drei Wochen auf Hitze vorbereitet und die Teilnehmer informiert und ihnen Tipps gegeben", sagte Halbmarathon-Organisator Karsten Schölermann. "Wasser war nicht unser Problem. Es waren neben den sieben üblichen Wasserstellen fünf weitere Punkte eingerichtet worden." Allerdings gab es an den Wasserstellen Engpässe beim Nachfüllen der Becher. An einigen Stationen musste die Feuerwehr für Nachschub sorgen. Von 11.215 gemeldeten Läufern waren 8402 an den Start gegangen, von denen 8056 das Ziel erreichten.

In Ratingen lagen die Siebenkämpferinnen am Sonntagnachmittag nach dem letzten Lauf über 800 Meter völlig erschöpft auf dem Boden und kühlten sich mit Eis und Wasser. Auch die Radprofis um den neuen deutschen Meister Maximilian Schachmann lieferten sich auf dem Sachsenring bei mehr als 35 Grad eine wahre Hitzeschlacht. Dass nur 15 von 190 gemeldeten Fahrern das Ziel erreichten, lag aber an den besonderen Regeln des Wettkampfs und nicht ausschließlich an den Bedingungen.

tru