Werder-Neuzugang spricht über Bremen, Kohfeldt und seine Zahnlücke

Füllkrug: "Für Kruse kann ich nicht in die Bresche springen"

Niclas Füllkrug

Fühlt sich zurück in Bremen wieder voll und ganz wohl: Neuzugang Niclas Füllkrug. Imago Images

…seine Rückkehr nach Bremen:

"Als ich in der letzten Woche bereits für mich trainiert habe, war ich mal in der Geschäftsstelle und im Nachwuchsleistungszentrum zu Besuch. Das war schon echt krass. Da merkst du, dass Werder ein sehr familiärer Verein ist. Das zeichnet diesen Klub einfach aus. Mit Thomas Schaaf, Thomas Wolter und meinen U-Trainern habe ich mich lange unterhalten. Ich habe mich mega gefreut, die immer noch hier zu sehen. Und die haben sich auch tierisch gefreut, dass ich zurückkomme. Dementsprechend wusste ich, dass ich mich hier wieder wohlfühlen werde."

…die Unterschiede zu Hannover 96:

"Auf das Familiäre bei Werder habe ich mich schon sehr gefreut. Hier ist alles sehr entspannt. Bei Hannover war leider ziemlich viel Chaos durch die Konstellation mit Martin Kind und den Fans. Trotzdem haben wir ein, zwei richtig tolle Jahre gespielt. Dennoch tut sowas keinem Verein gut."

…seinen Fitnesszustand nach dem dritten Knorpelschaden:

"Der Plan ist, dass ich ganz normal dabei bin. Gerade im Trainingslager im Zillertal liegen viele wichtige Trainingseinheiten an. Mir geht es gut, ich bin voll belastbar. Natürlich müssen wir schauen, wie es über die Vorbereitung läuft. Es sollte aber eigentlich keine Probleme geben."

…die Prävention vor einer erneuten Verletzung:

"Ich war schon immer ein fleißiger Spielertyp und keiner, der sich auf die faule Haut legt. Ich trainiere sowieso sehr viel. Man muss aber auch ein gutes Gefühl dafür haben, mal weniger zu machen oder einen Ruhetag zu genießen. Gerade bei der Kniescheibe ist es wichtig, darauf zu achten, bestimmte Dinge nicht zu machen. Ein Grund für den Wechsel zu Werder war auch, dass die medizinische Abteilung wirklich hervorragend ist, inklusive der Fitnesstrainer. Dementsprechend hatte ich das Gefühl, hier wieder auf mein Toplevel kommen und schmerzfrei spielen zu können."

…Florian Kohfeldts Rolle bei seinem Wechsel:

"Natürlich war er einer der Gründe. Werder hat in den letzten Jahren viel durchgemacht. Flo und Baumi (Geschäftsführer Sport Frank Baumann, Anm. d. Red.) ziehen an einem und am richtigen Strang. Die Gespräche mit Flo waren sehr gut. Es hat mich beeindruckt, wie er über den Fußball denkt und wie detailliert er mir das erklären konnte. Über die persönliche Schiene kannte ich ihn ja sowieso aus meiner Jugendzeit. Dass wir gut miteinander klarkommen, das wusste ich. Ich freue mich, wieder mit ihm zu arbeiten."

…die Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Kohfeldt im Jugendbereich:

"Ich finde es lustig und interessant, wie die Wege sich entwickeln können. Vor 13 Jahren waren wir zusammen in der U 14, und jetzt ist er Cheftrainer bei Werder und sehr angesehen in der Bundesliga. Unter ihm in dieser Konstellation nochmal spielen zu können, ist schon cool für mich."

…Kohfeldts Veränderungen in dieser Zeit:

"Sein Auftreten ist schon sehr gut und auch sehr echt. Wie er sich am Spielfeldrand gibt, ist auf keinen Fall gestellt. Fußballerisch hat er sich brutal weiterentwickelt. Er ist mega ehrgeizig und hat auf jeden Fall viel vor. Ich hoffe natürlich auch, dass er verlängert. Das wäre für den Verein und die gesamte Situation hier schon gut."

…eine mögliche Rolle als Ersatz von Max Kruse:

"Nein, da kann ich nicht in die Bresche springen. Ich glaube, dass ich ein anderer Spielertyp als Max bin. Max hat in der Rückrunde abgeliefert und wirklich gut gespielt. Trotzdem glaube ich, dass Werder ab und zu in der Box mal was gefehlt hat. Das hat man sofort gesehen, wenn "Pizza" (Claudio Pizarro, Anm. d. Red.) reinkam. Dann war sofort nochmal eine ganz andere Torgefahr da. Ich glaube, dass wir auch ohne Max in der kommenden Saison eine sehr gute Mannschaft haben. Alle zusammen werden wir seinen Verlust auffangen können."

…die Wiedervereinigung mit Martin Harnik:

"Hanno und ich sind gute Freunde. Wir haben am Samstag bereits gemeinsam zu Mittag gegessen. Ich freue mich, wieder mit ihm zusammen auf dem Platz zu stehen. Zwischen uns hat es ja eigentlich immer ganz gut harmoniert."

…eine mögliche Rückkehr zu Werder im Sommer 2016:

"Es gab öfter mal Kontakt, aber ein Wechsel kam nie zustande. Ich glaube, das sollte ein bisschen so sein. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Werder und ich haben jetzt einen anderen Stellenwert in der Bundesliga. Das passt jetzt einfach zusammen. Für mich ist es auch der richtige Schritt. Nicht zu hoch und nicht zu niedrig."

…den Spitznamen "Lücke" aufgrund seiner markanten Zahnlücke:

"In Fürth, Nürnberg und Hannover wurde ich hauptsächlich "Fülle" getauft. Bei Werder hat damals Marko Arnautovic damit begonnen, "Lücke" zu mir zu sagen. Das haben dann die Fans und die Mannschaft übernommen. Der Name passt ja auch (lacht). Deswegen habe ich sie noch nicht zugemacht."

Thiemo Müller/ Karsten Lübben

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