PES WM in London

Schwarzer Tag für Koop-Favoriten und Konami

PES WM in London

Jubel bei der PES WM in London. kicker eSport

Es war nicht der Tag von Alejandro 'Alex' Alguacil. Der Spieler vom FC Barcelona kämpfte mit seiner Mannschaft Broken Silence um den Weltmeistertitel in London. Als amtierender Champion reiste das Dreier-Team an, aber wenig lief zusammen. Schon in der Gruppenphase war Schluss für den Favoriten. "Wir haben nicht gut gespielt", gibt Alguacil unumwunden nach der letzten Partie zu. Schon das Auftaktmatch war völlig verkorkst, auf der Bühne lief nichts zusammen. Im zweiten Spiel verbesserte sich das Team, aber das Glück war nicht aufseiten des Weltmeisters. "Chancen gab es genug, es hätte auf für uns ausgehen können." Dann im letzten Spiel der Umbruch. Broken Silence wechselte die Positionen an der Konsole, 'Ettorito' ging in die Mitte. Die Mannschaft gewann 3:1 und schied trotzdem aus.

Gab es Absprachen?

Vor der Bühne entstand ein riesiger Tumult: Alguacil und seine Teammitglieder vermuteten Schiebung. 'Ettoritos' Vater wollte beobachtet haben, wie der Manager eines der beiden Teams Zwischenstände weitergeben habe. So hätte er die Mannschaften auf der Bühne dazu bewegt, Unentschieden zu spielen. Beide zogen in die nächste Runde ein, Broken Silence schied dadurch aus. Im Interview mit uns war Alguacil ungehalten, sah den sportlichen Geist verletzt. Renato Sa Neto, jener Manager, dementierte auf unsere Nachfrage und erklärte, seine Mannschaft sei bereits qualifiziert gewesen, also hätten sie eine ruhige Kugel geschoben.

Die Verantwortlichen von Konami wollten das Problem der Absprachen bis zum nächsten Tag geklärt haben, zu spät allerdings für Broken Silence.

Auch Franzosen verpassen K.o.-Runde

Während der Weltmeister patzte, war das junge Team von QueDesShlags mit einem eigenen Traum angereist: Auch sie wollten den Titel holen. Wieder brachte das französische Team nur zwei Spieler mit - der dritte Mann war erneut gesundheitlich verhindert. Ob das ein Vorteil war, wusste Kamel 'neo_kams' Mraabet nicht genau. "Einmal sind wir Meister geworden, und diesmal hat es nicht geklappt." Auch die Franzosen hatten bis zur letzten Partie Chancen, spielten aber nur ein 4:4, nachdem sie mit zwei Toren geführt hatten. Auch für sie endete der Tag in der Gruppe.

Mit den beiden Favoriten aus dem Turnier war Raum für neue Gesichter. Aber auch Konami erwischte nicht den besten Tag: Eh schon weit hinter dem Zeitplan, musste das erste Halbfinale wiederholt werden. Einer der Teilnehmer flog vor dem Elfmeterschießen aus dem Spiel und konnte nicht zurückgebracht werden. PES bietet kein einfaches Elfmeterschießen und die Spieler wollten nicht bis dahin simulieren lassen: Die Ausdauer der Kicker schien wichtig. Also alles auf Anfang. Im Rückspiel quittierte dann der nächste Titelkandidat das Rennen: Tiger eSports musste Koffer packen.

Brasilianer spielen groß auf

eLigaSul Stars machten auch im anschließenden Finale kurzen Prozess mit Team WANI, der Überraschung aus Indonesien. 2:0 stand es nach Ablauf der Zeit und das brasilianische Team war neuer Team-Weltmeister. Passend zum Tag fiel den Spielern beinahe ihre Trophäe aus der Hand und die Konfettikanonen blieben im Aufbau hängen.

Die überglücklichen Gewinner sagten am kicker eSport-Mikro sie hätten sich auf die Gegner eingestellt und so leicht gewonnen. 25.000 Euro streicht jedes Teammitglied ein. Am Samstag geht es weiter mit den Finals der Einzelspieler.

Holm Kräusche

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