Berliner bestätigen großen Finanzdeal

125 Millionen Euro! Investor Windhorst kauft sich bei Hertha ein

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Die vergangene Bundesliga-Saison beendete Hertha BSC auf dem elften Platz - mit Lars Windhorst soll der Blick nach oben gehen. imago images

Der "Spiegel", der zunächst darüber berichtet hatte, nennt es den "größten Finanzdeal der Bundesligageschichte": Hertha BSC hat am Donnerstag bestätigt, dass Lars Windhorst über seine Beteiligungsgesellschaft "Tennor" 37,5 Prozent der Klubanteile kauft.

Demnach beläuft sich das Investment zunächst auf 125 Millionen Euro, außerdem hat Hertha "Tennor" zugesichert, in einem zweiten Schritt in der kommenden Saison - zu einem dann höheren Preis - weitere 12,4 Prozent erwerben zu können. Dann würden Windhorst 49,9 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gehören. Aufsichtsrat und das Präsidium sowie der Aufsichtsrat und Beirat der KGaA haben der Vereinbarung einstimmig zugestimmt.

"Richtungsweisend", "Meilenstein", "neue Dimension"

"Sieben Monate nach dem Rückerwerb der Anteile und Optionen (insg. 36,3 Prozent für 71,2 Millionen Euro) von Investor KKR ermöglicht die neue Partnerschaft u.a. eine umfangreiche Rückführung von Verbindlichkeiten und über die kommenden Jahre Investitionen in die operativen Kernbereiche Sport, Digitalisierung und Internationalisierung", heißt es in der Hertha-Mitteilung.

"Diese Zusammenarbeit ist richtungsweisend für unseren Verein", sagt Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. "Wir sind uns bewusst, dass kontinuierliche und fortschrittliche Arbeit unsere Chancen im immer härter werdenden Wettbewerb stetig steigern wird. Und diese neue Partnerschaft ist ein weiterer Indikator für dieses Bewusstsein." Dem "Spiegel" sagte er, die zeitlich unbegrenzte Partnerschaft "erhöht unsere Chancen, mittelfristig in Reichweite internationaler Plätze zu kommen". Das Geld wolle man jedoch nicht auf einen Schlag, sondern "verteilt über die nächsten vier, fünf Jahre" ausgeben.

Die Hertha kann wie andere Klubs in London oder Madrid zu einem echten 'Big City Club' werden.

Lars Windhorst

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Torsten-Jörn Klein, spricht von einem "Meilenstein für die Zukunft", Finanzchef Ingo Schiller von "neuen Dimensionen", in die Hertha durch die neue Partnerschaft vorgestoßen sei, "was die Bewertung unseres Klubs angeht".

Windhorst, der einst als "Wunderkind" gefeiert wurde, inzwischen aber als umstrittener Investor gilt, hat große Pläne: "Die Hertha kann wie andere Klubs in London oder Madrid zu einem echten 'Big City Club' werden", sagt der 42-Jährige. "Die stabile Zahlenbasis und die beeindruckende Management-Arbeit bei Hertha BSC haben uns überzeugt, diese Partnerschaft einzugehen. Wir sehen es als langfristiges und vielversprechendes Engagement. Für mich persönlich ist es außerdem eine große Freude, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft dieses großartigen Vereins in Berlin leisten zu können."

In den 1990er-Jahren hatte Windhorst als 16-jähriger Teenager mit Firmengründungen für Aufsehen gesorgt. Seitdem hat er aber bereits mehrere Insolvenzen hinter sich. 2010 war er zudem wegen Veruntreuung zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 108.000 Euro verurteilt worden.

Durch den Einstieg bei Hertha erhält seine Beteiligungsfirma zwei Sitze im Aufsichtsrat, aber darüber hinaus nach Klubangaben keinen Einfluss auf sportliche Entscheidungen.

Was bedeutet der Deal für Hertha? Lesen Sie hier eine kommentierende Analyse von kicker-Reporter Steffen Rohr

jpe

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