Atletico-Abschied im Streit

Barça-Wechsel fix: Griezmann bekommt seinen Willen

Antoine Griezmann

Neue Heimat Camp Nou: Antoine Griezmann. imago images

Ein Hang zur Dramaturgie war bei Antoine Griezmann schon im Frühling des Vorjahres zu erkennen, als er in LeBron-James-Manier seine Entscheidung, bei Atletico Madrid zu verlängern, in einer 30-minütigen Fernseh-Sondersendung verkündet hatte. Genau elf Monate später erklärte Griezmann dann in einer Twitter-Video-Botschaft, dass er "eine neue Herausforderung" brauche und "andere Dinge sehen" müsse.

Nach fünf Jahren würde Griezmann Atletico also doch wieder verlassen, mehr verriet er im Mai nicht. Rund zwei Monate, öffentliche Vorwürfe, geschwänzte Einheiten und Anwaltsschreiben später hat er seinen Willen bekommen: Mit einem Jahr Verspätung wechselt der Weltmeister für die festgeschriebene Ablösesumme von 120 Millionen Euro zum FC Barcelona und erhält dort einen Fünfjahresvertrag bis 30. Juni 2024. Die Ausstiegsklausel im neuen Arbeitspapier beträgt die - in Spanien nicht mehr so ungewöhnliche - Summe von 800 Millionen Euro.

Dass der Transfer erst im Juli bekanntgegeben wurde, liegt daran, dass Griezmanns Ausstiegsklausel bis Ende Juni noch mit 200 Millionen Euro beziffert wurde. Außerdem soll Barça bis zum Schluss versucht haben, auch die Summe von 120 Millionen Euro noch zu drücken - eben deshalb ist der ganze Ärger auch erst entstanden.

Spannend wird zu sehen sein, wie Griezmann die ohnehin schon hochkarätig besetzte Offensive des spanischen Meisters ergänzt. Lionel Messi (32) und Luis Suarez (32) sind gesetzt, daneben wäre im 4-3-3-System von Trainer Ernesto Valverde noch eine Offensivposition zu vergeben. Rückt Philippe Coutinho, dessen anderthalb Barça-Jahre bisher alles andere als glanzvoll verliefen, zurück ins Mittelfeld? Was passiert mit Ousmane Dembelé, den der FC Bayern beobachtet? Was, wenn auch noch Neymar zurückkehrt?

Für Griezmann ist es so oder so eine sportliche Verbesserung. Mit Barcelona spielt der Angreifer, der in 257 Pflichtspielen für Atletico 133 Tore und 50 Assists sammelte, um die Champions League. Das wäre im Dress der Rojiblancos, trotz zweier verlorener Finals, schwieriger geworden. Auch eine Meisterschaft fehlt noch in der Vitrine des bei Real Sociedad ausgebildeten Franzosen.

mkr

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