Hertha kassiert mit 22 Millionen Euro eine Rekordablöse

Alles klar mit Inter: Lazaro-Transfer vorm Abschluss

Valentino Lazaro

Folgt wohl dem Lockruf von Inter Mailand: Valentino Lazaro. imago images

Zu Beginn der vergangenen Woche hatte der Vorjahres-Vierte der Serie A einen Sockelbetrag von 18 Millionen Euro Ablöse plus zwei Millionen Boni geboten - für Hertha, das 25 Millionen für den österreichischen Nationalspieler forderte, zu wenig. Nachdem der Poker zunächst zu einer Hängepartie zu werden drohte, bewegten sich beide Vereine in dieser Woche aufeinander zu. Lazaro-Berater Max Hagmayr wurde am Mittwoch in Berlin gesehen, wo er mit Hertha-Manager Michael Preetz den Transfer entscheidend vorantrieb. Inter legte nach - mit Erfolg. Demnach soll der Bundesliga-Elfte der vergangenen Spielzeit eine Sockelablöse von etwa 22 Millionen Euro einstreichen - und kann durch Boni annähernd auf den gewünschten Betrag von 25 Millionen Euro kommen.

Damit wird Lazaro, der 2017 zunächst auf Leihbasis von RB Salzburg kam und wenig später für 6,5 Millionen Euro fest verpflichtet wurde, Hertha eine Rekordeinnahme bescheren. Für Innenverteidiger John Anthony Brooks hatten die Berliner 2017 knapp 20 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg kassiert. Lazaro, der aktuell noch im USA-Urlaub weilt, erhält dem Vernehmen nach in Mailand einen Fünfjahresvertrag.

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Er war einer der Wunschspieler des neuen Inter-Coaches Antonio Conte. Endgültig fixiert werden soll der Deal spätestens zu Beginn kommender Woche. Hertha, nach dem Rückkauf der KKR-Anteile im dreistelligen Millionen-Bereich verschuldet, kann die Einnahme gut gebrauchen - und wird zumindest einen Teil davon in einen Lazaro-Nachfolger reinvestieren. Der Österreicher wurde ausgebildet im zentralen Mittelfeld, überzeugte später als offensiver Flügelspieler - und gab bei Hertha nach Mitchell Weisers Verkauf nach Leverkusen 2018 einen offensivstarken Rechtsverteidiger ab. Bereits im Winter hatte Lazaro-Berater Hagmayr den Markt in Italien und England sondiert, jetzt steht der nächste Karriereschritt bevor. Lazaro galt in jungen Jahren als kommender Star in seiner Heimat und debütierte schon mit 16 für RB Salzburg in der österreichischen Bundesliga. Interessant: Als er 16 war, machte ihm Inter schon einmal ein Angebot - jetzt, mit 23, finden beide Seiten mit Verspätung zusammen.

Sportlich ist Lazaros bevorstehender Abgang fraglos ein Verlust, finanziell verschafft er Hertha den benötigten Spielraum für die aktuelle Transferperiode. Nach den Zugängen Dedryck Boyata (Innenverteidigung, Celtic Glasgow, ablösefrei) und Eduard Löwen (zentrales Mittelfeld, 1. FC Nürnberg, 7,5 Millionen) wird Hertha auf der rechten Außenbahn personell nachlegen, auch wenn man intern Mathew Leckie die Rolle als Schienenspieler in einem 3-5-2 auf der rechten Seite absolut zutraut.

Herthas Hoffnung: Grujic soll beim Trainingsstart dabei sein

Am Montagnachmittag bittet Dardai-Nachfolger Ante Covic zum Start in die Vorbereitung - wohl ohne Lazaro, aber dafür womöglich mit Marko Grujic. Das wochenlange Tauziehen um den Serben, der in der vergangenen Saison vom FC Liverpool nach Berlin ausgeliehen war und bei Hertha auf Anhieb einschlug, ist zwar noch nicht beendet. Aber trotz vieler Konkurrenten aus der Bundesliga und dem europäischen Ausland wähnt man sich bei Hertha weiterhin in einer aussichtsreichen Position im Kampf um den zentralen Mittelfeldspieler. Mit Liverpool ist dem Vernehmen nach eine grundsätzliche Verständigung erreicht, auch in den Verhandlungen mit Grujic-Berater Fali Ramadani - so ist zu hören - sollen die Berliner inzwischen vorangekommen sein. Herthas Hoffnung ist, dass Grujic, den Liverpool eine weitere Saison ausleihen will, am Montag im Amateurstadion auf dem Platz steht, wenn Covic die erste Trainingseinheit leitet.

Steffen Rohr

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