Zwölf Tage lang Sport auf Top-Niveau

30. Universiade: 124 Studierende gehen für Deutschland an den Start

Die Eröffnungsfeier der Winter-Universade 2019

Ob die Eröffnungsfeier der Sommer-Universade mit der des Winters mithalten kann? Getty Images

Stellvertretend für das deutsche Team von 124 Studierenden hat der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) am Mittwoch die beiden deutschen Medaillenhoffnungen Madeline Folgmann (Taekwondo) und Torben Blech (Stabhochsprung) zur Universiade in Richtung Italien verabschiedet.

Die diesjährige Universiade - gleichzeitig die 30. dieser Art - findet vom 3. bis 14. Juli statt. Folgmann und Blech können in ihren jungen Karrieren schon erhebliche Erfolge vorweisen. Bei Folgmann sticht vor allem die Bronzemedaille bei der vergangenen Universiade in Taipeh hervor, aber auch der sechsmalige Erfolg bei deutschen Meisterschaften kann sich sehen lassen. Für Senkrechtstarter Blech, den sein Höhenflug nach seinem Umstieg vom Zehnkampf auf Stabhochsprung innerhalb eines Jahres von 5,40 Meter auf 5,71 Meter fliegen ließ, ist ein Platz auf dem Podium das erklärte Ziel. "Wenn ich das Finale erreiche, dann will ich auch eine Medaille holen."

15 bis 20 Medaillen sind das Ziel

Doch nicht nur von Blech und Folgmann werden Höchstleistungen erwartet. Thorsten Hütsch, Sportdirektor des adh, rechnet mit 15 bis 20 Medaillen für das deutsche Team in Neapel. Bei seiner Einschätzung verweist er aber auch auf die neuen Regelungen, die die Altersbegrenzung von 18 bis 28 auf 18 bis 25 Jahre herabsetzen. "Die breite Spitze von Topathleten wird kleiner werden, da Nationen wie China oder Russland, die sonst vor allem auf Siege aus sind und oftmals die gleichen Athleten zu den Turnieren schicken, nun auch auf jüngere Athleten setzen müssen." Im Gegensatz zu den genannten Konkurrenten setzt der deutsche Sportdirektor schon seit jeher auf eine "perspektivische Besetzung" und dies, besonders bei der letzten Universiade mit 24 gewonnen Medaillen, mit gutem Erfolg.

"Universiade-Flair" besonders erstrebenswert

Aber nicht nur die sportliche Komponente, sondern auch der ganz bestimmte "Universiade-Flair" machen die Teilnahme für junge Sportler so erstrebenswert. Die Universiade gilt allgemein als Vorbereitung für das ganz große Ziel, die Olympischen Spiele. Und so verwundert es nicht, dass in der Vergangenheit schon einige deutsche Spitzensportler die Universiade als Vorbereitungsmöglichkeit dafür zu nutzten wussten, beispielsweise Schwimmerin Britta Steffen, die ein Jahr nach ihrer Universiade-Teilnahme Gold bei den Spielen von Peking 2008 gewann. Oder der Turner Fabian Hambüchen, der seiner Karriere nach einer Universiade-Teilnahme im Vorjahr mit Olympiagold in Rio 2016 die Krone aufsetzte.

Die Bedeutung der Universiade ist keinesfalls zu verkennen. Bei diesem Turnier treffen sich absolute Leistungssportler, um auf höchstem Niveau wettzueifern. Und mit höchster Wahrscheinlichkeit sind auch dieses Jahr wieder zukünftige Olympiasieger mit von der Partie.

Sebastian Weber