Auch Ministerpräsident Löfven glaubt an einen Coup

"Genug ist genug": Schweden will die Misere gegen Deutschland beenden

Hedvig Lindahl und Sofia Jakobsson (re.)

Strahlende Siegerinnen: Hedvig Lindahl und Sofia Jakobsson (re.). imago images

24 Jahre ist es her, dass eine schwedische Frauen-Nationalmannschaft ein deutsches Team besiegen konnte. Dennoch: Ins Viertelfinal-Duell mit dem amtierenden Olympiasieger am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Rennes gehen die Schwedinnen keineswegs pessimistisch gestimmt.

"Genug ist genug", sagte die starke Torhüterin und Elfmeter-Heldin Hedvig Lindahl nach Spielschluss gegen Kanada (1:0) angesichts der Misere gegen die Deutschen. Und selbst der Ministerpräsident ließ euphorisiert die staatsmännische Zurückhaltung vermissen: "Deutschland ist nicht mehr das Deutschland, das es noch vor ein paar Jahren war", sagte Stefan Löfven dem Fernsehsender SVT. Der Politiker war nach der Niederlage im Kampf um die Olympischen Winterspiele 2026 gegen Mailand in Lausanne eigens nach Paris geeilt, um vor Ort die Daumen zu drücken.

Blackstenius mahnt - Erinnerung an Rio

Stina Blackstenius hatte für das entscheidende Tor gegen Kanada gesorgt - es war ihr erstes Tor seit über einem Jahr für die Landesauswahl. Die Stürmerin kann sich auch noch gut an das Olympische Finale 2016 gegen Deutschland erinnern. Auch damals traf Blackstenius, ihr Anschlusstreffer zum 1:2 bedeutete jedoch den Endstand und Silber.

Bittere Erinnerungen für Blackstenius also, die nach ihrem Treffer gegen Kanada schon den Blick auf das Viertelfinal-Duell mit dem DFB-Team richtete: "Wir haben gesagt: Lasst uns das genießen, aber vergesst nicht, dass wir bald ein noch wichtigeres Spiel haben."

"Das Beste war ihr Werbefilm": Markige Sprüche in den Medien

"Nach diesem Abend scheint alles möglich. Sogar, die Deutschen zum Schweigen zu bringen", schrieb die Zeitung "Expressen", während die Kommentatorin von "Aftonbladet" stichelte: "Das Beste, was die deutsche Mannschaft bislang gezeigt hat, war ihr viel zitierter Werbefilm." Analog dazu gab sie "der deutschen Qualitätspublikation" Bild eine Schlagzeile fürs Aus vor: "Auf Wiedersehen, med svansen mellan benen" (mit dem Schwanz zwischen den Beinen).

Markige Sprüche der Skandinavierinnen, die sicherlich ihren Teil zu einem umkämpften K.-o.-Spiel beitragen werden. Die Statistik spricht für den DFB, der von 28 Duellen nur sieben verlor, zuletzt vor 24 Jahren. Bei der WM 2015 scheiterte die Elf um die langjährige Wolfsburgerin Nilla Fischer chancenlos im Achtelfinale an der DFB-Auswahl (1:4), im Jahr kam es dann zur erwähnten Niederlage im Maracana. "Hoffentlich können wir diese ewige Geschichte jetzt mal umschreiben", sagte Kapitänin Caroline Seger, "irgendwann muss es ja mal soweit sein."

aho/sid

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