Bundestrainerin in Sachen Marozsan-Einsatz sehr zuversichtlich

Voss-Tecklenburg: "Ich bin stolz auf die Entwicklung der Mannschaft"

Martina Voss-Tecklenburg

Die Vorbereitung auf Schweden läuft: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. picture-alliance

Aus Rennes berichtet Gunnar Meggers

... Viertelfinalgegner Schweden: Die Schwedinnen haben vorher ja schon gesagt, dass sie Weltmeister werden wollen. Schweden muss man in jedem Turnier auf der Rechnung haben. Das haben sie auch bewiesen. Es wird ein Viertelfinale auf Augenhöhe. Schweden hat Respekt vor uns. Wir kennen ihre Stärken und Fähigkeiten, wissen aber auch, dass sie in gewissen Mannschaftsteilen verwundbar sind. Wir dürfen sie nicht ins Umschaltspiel kommen lassen. Kleinigkeiten werden entscheiden. Und es wird auch wichtig sein, wer mit der Drucksituation gut umgehen kann. Wir werden uns auf alles vorbereiten und alles geben. Unser Ziel ist das Halbfinale.

"Der Druck ist jetzt ein anderer"

... das Testspiel im April gegen Schweden: Wir werden diesen 2:1-Sieg zum Teil in die Analyse mit einbeziehen. Vor allem wollen wir den Spielerinnen zeigen, was wir gut gemacht haben. Aber es war nur ein Test. Ein WM-Viertelfinale ist etwas anderes, der Druck ist jetzt ein anderer.

... der Zustand von Dzsenifer Marozsan: Wir sind sehr optimistisch, müssen aber sehen, wie sie am Mittwoch und Donnerstag ins spieltaktische Training geht. Das sind zwei wichtige Einheiten und wir müssen gucken, wie ihr Zeh dann reagiert. Jede Belastung zieht eine Reaktion nach sich. Aber Dzsenifer macht das sehr gut. Vielleicht werden wir erst am Samstag entscheiden, ob sie von Beginn an spielt oder eingewechselt wird. Stand heute bin ich sehr zuversichtlich, dass sie in irgendeiner Form in dieses Spiel eingreifen wird.

Hitzewelle und Erkältung

... die erwartete Hitzewelle: Ich bin froh, dass es hier in Rennes jetzt noch nicht so heiß ist. Das ist ein Vorteil, denn bei der Hitze verbraucht man extrem viel Energie. Wenn es aber nun wärmer wird, müssen wir das annehmen. Die beiden Spiele gegen Südafrika in Montpellier und am Samstag gegen Nigeria in Grenoble haben wir ja schon bei großer Hitze absolviert.

... der Gesundheitszustand von Torhüterin Almuth Schult: Almuth ist erkältet, aber auf dem Weg der Besserung. Sie hat gestern nicht trainiert und macht heute Krafttraining. Ansonsten gibt es nur kleinere Blessuren. Abgesehen von Dzsenifer Marozsans Verletzung sind wir gut durch das Turnier gekommen. Ich hoffe, das bleibt so.

... ihren persönlichen Druck: Eigentlich empfinde ich nicht so viel Druck. Das hat auch ganz viel damit zu tun, dass ich der Mannschaft vertraue. Ich sehe unheimlich viele Dinge, die uns im Trainerteam sehr gut gefallen. Die Mannschaft hat einen enormen Charakter, einen Willen und eine Leidenschaft, die ich richtig gut finde und die uns im Trainerteam auch Sicherheit gibt. Eins werden wir uns nicht vorwerfen lassen könne, egal wie weit wir kommen: Dass wir nicht an unsere Grenzen gegangen sind. Klar machen wir noch Fehler, aber das gehört dazu. Ich bin stolz auf die Entwicklung der Mannschaft und das gibt mir eine gewisse Ruhe. Mein Vertrauen ist sehr groß.

Cooler bei den letzten Pässen

... die lange Pause zwischen den Spielen: Langeweile kommt bei uns nicht auf und wir haben jetzt die Möglichkeit, noch mal zu Kräften zu kommen. Wir haben Zeitfenster für Behandlung, Pflege und Aufbau. Es ist gut so, wie es ist.

... ihr Fazit nach vier Spielen: Richtig gut gefällt mir, dass wir viermal zu null gespielt und relativ wenig Chancen zugelassen haben. Bei den letzten Pässen und den letzten Aktionen müssen wir noch cooler werden und Situationen besser erkennen. Es wäre wichtig und schön, wenn wir uns für Olympia im nächsten Jahr in Tokio qualifizieren können, weil das ein wichtiger Schritt für diese junge Mannschaft wäre, diese Erfahrung auf Top-Niveau zu machen. Deshalb ist ein Sieg am Samstag so wichtig. Ich wünsche mir, dass wir mit dieser WM eine Nachhaltigkeit erreichen. Aber das hängt auch davon ab, wie weit wir jetzt noch kommen.

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